Mittwoch, 30. Dezember 2015

Jahresrückblickzeit.

Liebes Jahr 2015. Ich bin froh, dass du nun endlich zum Ende kommst. Obwohl du dich besonders im Sommer was die Sonne angeht von deiner besten Seite gezeigt hast und uns einen wunderbar goldenen Herbst beschert hast, hast du mir trotzdem das Herz gebrochen.  

Voller Mut gingen wir Anfang des Jahres, auf ein Neues mit neuen Menschen los - machten uns auf den Weg zu unserem Wunder. Wir konnten vor lauter Glück kaum atmen, als zum ersten Mal in meinem Leben der Test in meinen Händen zwei Striche gezeigt hat. Das Ende dieser Geschichte wird mich auf ewig begleiten. Und es tut immer noch weh. Oft sehr sogar. Es hätte einfach alles anders kommen sollen. Es war schon alles so deutlich in meinem Kopf. Ich hatte keine Sekunde über 'was wenn jetzt doch nicht' nachgedacht. Wie dumm von mir. Da war dieses tolle positive Ergebnis und ich sah mich, das komplette Jahr hindurch. Wie alles so sein würde. Bis hin zum Weihnachtsbaum unter dem wir das allererste Mal nicht alleine sitzen würden. An diesem kostbaren Freitag im Februar, konnte ich mir mein ganzen verändertes Leben vorstellen und ich freute mich so sehr darauf. Ja so bin ich...leicht für was zu begeistern...und mit einer wunderbaren Vorstellungskraft...

Der Frühling verging somit. Wir waren die meiste Zeit davon einfach nur traurig. 

Der Sommer, der wunderbare wunderbare Sommer. Den man hätte eigentlich genießen sollen. Er verging. Die meiste Zeit davon waren wir gefangen in einer gewissen Traurigkeit und in unseren Gedanken. Ich hatte mir so fest vorgenommen, dass dieser Sommer uns gehören würde. Aber man kennt das ja, wie es endet, wenn man sich so unbedingt etwas vornimmt...so ist auch diese wunderbare Zeit zerronnen und ich hatte die allermeiste Zeit das Gefühl mir und auch uns selbst im Weg zu stehen.

Im Herbst dann die Entscheidung zur 4. ICSI. Ein Trauerspiel. Die Hoffnung lag auf einer kleinen wundervollen Zelle. Am Ende ein Strich, keine zwei - und der Boden unter den Füßen wieder mal weg. Wieder diese Leere, dieses Zuschauen, wie sich die glitzerbunte Welt einfach weiter dreht ohne uns. Und sie glitzerte in besonders bunten Farben.

Mein Körper funktioniert die ganze Zeit über mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks. Es wäre wohl an der Zeit ihm dafür dankbar zu sein, statt dessen fühle ich mich seltsam verspottet. Als wäre nichts aber auch gar nichts in den vergangenen Monaten passiert. Alles supi, alles fein. Alles fast immer zu seiner Zeit. Erstaunlich.

Der Winter begann mit viel Sonne. Hier veränderte sich einiges. In meinen Gedanken sind jetzt so viele liebe Menschen. Ich muss oft weinen, weil mir viele Dinge so leid tun. Mein Schwesterherz. Mein Neffe. All die Menschen, die dieses Jahr Etwas oder Jemanden verloren haben. Mir tut es leid, dass es für einige Menschinnen nicht gut läuft. Gar nicht gut. In Sachen Kinderwunsch aber auch in Sachen Nestbau. Meine Freundin erlebt kurz vor Weihnachten dieses Unfassbare. Und plötzlich sind meine Gefühle wieder auf Anfang. Und ich bin einfach nur traurig. Über dieses Jahr, das sich für mich so verloren anfühlt. Obwohl ich viel gelernt habe, viel erarbeitet habe und ich ein bisschen stärker geworden bin...es fühlt sich trotzdem so verloren an. Oder bin ich es, die sich verloren fühlt? 

Es wurde Weihnachten, es glitzerte in all den wunderbaren Lichtern überall ein bisschen Melancholie mit. Es war ein wunderbar enspanntes Weihnachten zu zweit. So wie immer. Schön und doch so besonders einsam dieses Jahr. Es war eine Traurigkeit in meinem Herzen, die ich kaum in Worte fassen konnte. Es war nicht der Kinderwunsch und vielleicht auch nicht so sehr die Kinderlosigkeit, es war die Trauer über das Wünschekrümelchen und der Schmerz, den ich an all den wunderbaren Weihnachtszaubertagen in diesem Jahr nicht los geworden bin. Wie gesagt, es hätte anders kommen sollen. Meiner Meinung nach. Aber wer frägt mich schon. Ich kann es wohl immer noch nicht annehmen, was uns da passiert ist merke ich gerade...ich bin noch nicht so weit.

Und jetzt steht das neue Jahr vor der Tür. Ich habe wieder einen dicken Kloß im Hals und wünsche mir, dass ich mit dem Knallen der Glitzersterne dieses Jahr 2015 einfach zuklappen kann. Dass 2016 besser wird. Und ich weiß, dass ich wieder enttäuscht bin, denn so einfach geht das nicht. Ich muss schon Seite für Seite umblättern, bevor wir das Buch zurück ins Regal stellen können. Und so steht ein weiteres Jahr Arbeit vor uns. Vermutlich weit entfernt von dieser Leichtigkeit, die man sich irgendwann so zurückwünscht. Es wird wieder ein Jahr werden in dem wir herausfinden müssen, was wir wollen, wie wir damit leben können und was wir verändern können, dass es für uns am bestmöglichsten wird. Ein Jahr voller Suchen und Herausfinden. Ein Jahr voller finden und bestimmt auch verlieren. 

Auch in diesem Jahr scheint zum Schluss nur die Einsamkeit mit offenen Armen zu warten, das Gefühl irgendwo in all dem Trubel völlig im Abseits zu stehen, zusammen mit diesem großen Verlust im Herzen, der Enttäuschung und der Traurigkeit über all das Geschehene. Wir werden Hand in Hand, Herz an Herz in den Himmel schauen und wie jedes Jahr werden mir Tränen über die Backe kullern, während ER es vermeidet mich dabei anzusehen. Wie jedes Jahr leuchtet die Nacht hoffnungsfroh in bunten Farben. Während irgendwo da draußen die Glocken läuten, stehen wir wie jedes Jahr einfach nur da. Und tief im Herzen ist es bei uns einfach nur still. 

Bleibt am Ende trotzdem die Dankbarkeit über all die lieben Menschen, die mich dieses Jahr begleitet haben. Die ich kennen lernen durfte. Die ich HIER kennen lernen durfte. Die immer an meiner Seite waren, die mich mit all ihren lieben Worten und Mails und Umarmungen getröstet haben und mir ein Stück ihrer Kraft gegeben haben, damit ich wieder lächeln konnte. Die mich immer wieder ermutigt haben, aus meiner Abseitsecke rauszukommen. Die mir immer das Gefühl gaben, es ist ok wie ich bin.

Ich danke euch von ganzem Herzen ♥ und so wünsche ich uns allen ein gutes neues Jahr, das viel Zauber beinhaltet, viel Liebe und viele Hände bereithält, an denen wir uns festhalten können. 







Mittwoch, 23. Dezember 2015

Fröhliche Weihnachten...

Ich wünsche euch...
zauberhafte Weihnachtstage,
schöne Stunden mit eurem Lieblingsmenschen,
ein Kuschelfell oder eine Hand, die ihr festhalten könnt falls ihr euch einsam fühlt,
jede Menge leckeres Essen,
viele Glitzerlichter,
viel Wärme,
noch mehr Liebe,
Plätzchen,
und jemand der an euch denkt...


Merry Christmas ♥



Donnerstag, 17. Dezember 2015

Bittersweet #7

Ein kleines Telefonat. Bittere Tränen einer Frau nahe der 80. Der Telefonanruf, der etwa zwei Mal im Jahr stattfindet. 
Er mittlerweile recht krank, sie nicht mehr ganz rüstig. Jedes Mal die Frage, ob sie mich endlich beglückwünschen darf. Zum Baby natürlich. Heute hab ich ihr gesagt, dass es hier kein Baby geben wird. Und es endete damit, dass sie weinte. Weil sie es versteht. Weil auch sie gerne Kinder gehabt hätte. Weil es damals für sie schwere Jahre waren. Weil sie nicht mal Geschwister hat. Weil sie irgendwann allein sein wird. Und ihr die ganze Kinderlosgeschichte gerade jetzt im Alter noch mal richtig zu schaffen macht. Aber sie hat niemanden mehr mit dem sie darüber reden kann, denn die ganzen Freunde gehen. Einer nach dem Anderen. 

Und plötzlich bin ich so traurig über diese bittere kleine Vorschau. Ich kann ihre Trauer darüber gerade durch die Leitung fühlen. Es tut mir so leid...

Ich hab hier wenigstens Jemanden zum reden. Ich kann hier und jetzt wenigstens schon mal anfangen mit Verarbeiten, wer weiß ob sie das jemals gemacht hat. Wie viele der bittersweeten Momente musste sie erleben in ihrem langen Leben? Es waren bestimmt unfassbar viele :(

Mittwoch, 9. Dezember 2015

"Es ist so schwer. Alles."

"Es ist so schwer. Alles." Die Worte meiner Freundin und ich kann ihr diese Schwere so nachfühlen. 5 kleine Worte die alles sagen. Wir sind nun gemeinsam traurig. Haben diese Gemeinsamkeit, auf die wir beide gern verzichtet hätten. 

Unsere Schmetterlinge sind jetzt zusammen dort im Irgendwo. Wo es bestimmt ganz zauberhaft sein muss. Vermutlich ein ganzer Pünktchenort. Mit großen und kleinen Schmetterlingen. Aber alle sind sie frei. 
Ich stelle mir vor, wie es dort duftet, was für wundervolle Blumen da wachsen. Dort im Schmetterlingshimmel. Stelle mir vor, wie mein kleiner Schmetterling dort angekommen sein muss. Mit großen Augen, weil alles so bunt und klar ist. Weil er dort richtig Aufwind bekommen hat in dieser klaren reinen Luft, wo nur hin und wieder ein Wattebauschwölkchen vorbeischwebt und leise lächelt.

Ich stelle mir vor, wie die großen Schmettlerlinge die neuen kleinen Schmetterlinge begrüßen. Wie sie die kleinen Neuen anstupsen. Ihnen zeigen wie man richtig fliegt. Wie man an einer Blume nippt, ein bisschen Obst vernascht und wie man fangen spielt. Ich stelle mir vor, wie frei sich das alles anfühlt und bin ein kleines bisschen neidisch, dass der kleine Schmetterling uns nicht ein wenig der Unbeschwertheit zurück gelassen hat.

Irgendwie ist es so ein wenig leichter. Mit der Vorstellung, dass es dem Pünktchen woanders viel viel besser geht als hier. Nur so kann ich verstehen, wieso es nicht bleiben wollte. Weil es dort einfach noch so viel schöner ist. Und weil dort noch viel mehr Freunde sind, denen es begegnet. Mein Pünktchen, das sich zum Glitzerschmetterling verwandelt hat, ist nicht allein. Ich bin froh um diese Vorstellungskraft und darum, dass ich langsam beginne an die zauberhaften Farben zu denken. Nicht mehr nur an das große schwarze Nichts, das bei mir zurück geblieben ist. Wir decken es langsam zu, dieses große Loch, mit viel frischer Erde, lassen neue Blumen darauf wachsen und freuen uns, wenn der kleine Schmetterling uns so in unseren Gedanken besucht.

All das "was wäre wenn", all das "du wärst jetzt zwei Monate alt, wenn der Christbaum leuchtet", all das "ich hätte so gern gewusst, wie du gewesen wärst", all das "ich hätte so gern diese eine Chance bekommen, dich erleben zu dürfen" all das "es tut so unheimlich weh, immer noch und immer wieder", alles das versuche ich dort unten zu lassen in der frischen duftenden Erde, die bereit ist so viel Neues wachsen zu lassen. Es ist nicht vergessen aber dort unten gut verpackt.

So ist es in meinen Gedanken, in meiner Vorstellung. Und in echt...? 

Da ist die Erde für das Loch ausgegangen, wir haben uns verschätzt es ist doch ein bisschen größer als gedacht...aber auch Andere müssen ihre Löcher wieder begehbar machen um nicht plötzlich einzubrechen. Es ist viel wert zu wissen, was für Kniffe und Tricks die Anderen haben. Und manchmal hilft es, es einfach anders zu versuchen. Aus einer anderen Perspektive, mit anderen Handgriffen. Und schon wird das Loch ein wenig kleiner...♥ Und wer weiß, vielleicht darf ich irgendwann selber dabei helfen, dass ein Loch ein bisschen kleiner wird, weil über meinem dann bereits eine duftende Blumenwiese wächst.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Mein Leben ist schön!

Woche vom 30. November bis 06. Dezember


Lieber Kinderwunsch.

Mit dir ist es wie mit der Liebe. Dieses Lied sei dir gewidmet. Ich habe mir zu oft schon die Finger an dir verbrannt. Du tust mir tatsächlich einfach nicht gut. Nicht im Moment. 
Er hier hat mal wieder die richtigen Worte gefunden. Für dich. So wie du bist. Für das was du mit uns machst. Wenn wir wieder mitten drin sind auf der Kinderwunschreise. Wenn wir uns wieder und wieder vergessen. Wenn wieder alles verrückt spielt. Wenn das Herz wieder entscheidet, wo der Verstand längst warnend in der Ecke steht. Je länger und verzweifelter du diesen Weg mit uns gehst, desto mehr fühlt es sich genau so an wie in diesem Lied...

Delirium - Andreas Bourani
(Ähnlich wie beim letzten Video...gesperrt...daher hier der Link.)



Ich bin unglaublich dankbar für so viele schöne Musik. Dafür, darüber weinen zu können und dafür mir den Schmerz laut von der Seele singen zu dürfen. Es tut einfach nur gut im Moment. Fast so wie in den Boxsack treten, der mittlerweile in unserem Keller hängt. Und ihr Lieben ist es nicht so, wenn man irgend eine Art Schmerz spürt - es gibt immer einen, der den richtigen Song genau für dich findet. Dieses Jahr hat einer fast ein ganzes Album für mich geschrieben ;) 


Dienstag, 1. Dezember 2015

Und wieder steht die Welt still.

Meine beste Freundin verliert gerade ihr Baby. Sie war bereits in der 11. Woche. Ich versteh die Welt nicht mehr. Was ist nur los? Und wann geht dieses schreckliche schreckliche Jahr endlich vorbei. 

Es ist einfach so unfassbar traurig.