Montag, 30. März 2015

MakroMontag

Heute konzentriere ich mich ganz auf Augen.
Das geheimnisvolle, sanfte, wilde Auge meines kleinen Freundes.







Wie er mich anblickt, wenn er mir seine Katzenliebe schenkt, wie er mich anhimmelt, wenn er Hunger hat...
Ich liebe diese Augen, diese Mischung aus blau-grün-zauberhaft.


Hier schicke ich diese Fotos hin:






Dienstag, 24. März 2015

What to do...?

Der Antrag für die Kasse liegt fertig im Umschlag auf unserem Schreibtisch. Wir können neu beantragen. Wir waren schwanger. So einfach ist das. Die Klinik gab ihn uns direkt nach der Bestätigung der Fehlgeburt mit. Wir können ihn nun nutzen oder nicht. 

Nutzen oder nicht.

Was wenn wir es nicht mehr schaffen? Körperlich? Psychisch? Was wenn das gleiche wieder passiert?
ER hat Bedenken. Ich ehrlich gesagt auch. Was wir uns über Jahre antun...wir kämpfen und kämpfen. Die ganzen Medikamente. Die ganzen psychischen Löcher. Der ganze körperliche Streß. Wir fallen, stehen auf...seit 5 langen Jahren. Möglicherweise haben wir den Kampf jetzt einfach verloren. 

Es sollte unser definitiv letzter Versuch sein. Ja nun, dass dieser positiv endet, mit dem hat ja nun kein Mensch hier gerechnet. Mache ich mir oder er sich vielleicht irgendwann Vorwürfe, wenn wir jetzt aufgeben?
Was wenn einer von uns daran zerbricht? 
Sind wir so stark, dass wir das noch mal aushalten? 
Sollen wir endlich aufgeben? Das alles ruhen lassen? Wer sagt mir, dass wir das Match irgendwann gewinnen?

Oder ist das alles nur eine weitere Ausrede, ein an den Strohhalm krallen, um sich doch noch nicht so ganz im Ernst mit dem Abschied auseinandersetzen zu müssen?

Was würdet ihr machen, wenn euch jemand nochmal einen Zettel unter die Nase hält mit einem positiven Lächeln im Gesicht: So nah am Ziel waren Sie noch nie...die Kasse bezahlt einen weiteren Versuch, da Sie ja jetzt schon mal schwanger waren...? Darüber nachdenken? Auf jeden Fall nochmal antreten? Zettel vernichten?
Würdet ihr all eure im Kopf zurechtgelegten Pläne über Bord werfen? Würdet ihr euch auch so verunsichern lassen wie wir? Oder würdet ihr euren im Kopf längst entschiedenen Weg gehen ohne doch noch schnell einen Umweg zu machen, weil sich das Herz nicht entscheiden kann? 
So könnt ihr euch in etwa vorstellen, wie es in meinem Kopf aussieht...

Was wenn es passiert ist, um uns zu zeigen, dass es auch für uns eine Chance gibt?
Was wenn es passiert ist, um uns zu zeigen, dass es nun tatsächlich genug ist?

Ich will so viele Antworten und bekomme keine...ich weiß nicht mehr in welche Richtung wir laufen sollen. Ich will raus aus der Maschine und fühle mich gleichzeitig wie gelähmt. Sehe wie so viele an mir vorbei ziehen und ich bleibe stehen. Am gleichen Punkt wie am Anfang unserer Geschichte. Ich stehe einfach da. Stell mir tausend Fragen und weiß, dass sie mir keiner beantworten kann. Jeden Tag sortiere ich meine Pläne neu. Heute sage ich aus ganzem Herzen NEIN zu einem weiteren Versuch. Morgen sage ich vielleicht. Ich fühle einfach nicht was richtig ist...ich kann es einfach nicht fühlen. 

Und die Zeit geht dahin. Irgendwann ist es zu spät sich all diese Fragen zu stellen. Irgendwann haben sie sich von selbst erledigt. Irgendwann ist ein großer Teil unseres Lebens dann an uns vorbei gezogen. Ein großer Teil, gefüllt mit so viel Sorgen. Ein großer Teil, den wir hätten anders nutzen können... 

Verdammt. 



Montag, 23. März 2015

Freitag, 13. März 2015

Ätzend.

Freitag der 13te. Noch einer.

Vor einem Monat war das unser Glückstag. Freitag der 13te, der Tag des positiven Tests.

Heute: Ätzend. 

Ich wäre heute genau 60 Tage schwanger. Sozusagen in der 9. Woche. Vermutlich ist es an der Zeit die App zu löschen. Ich brauche sie nicht mehr. Dass der errechnete Termin wohl um den 19. Oktober gewesen wäre, werde ich ohnehin nicht vergessen. 
Ich hätte so gern mitgefiebert. Mit der App. Mit meinem Körper. Mit unserem Baby. 

Aber es kommt wohl immer anders als man denkt. Und ich hasse es. Dass alles anders kommt. Ich sehe da momentan keinen Sinn dahinter. Ich bin wütend. Ich bin enttäuscht. Ich bin traurig. Ich bin nicht mehr ich. 

Es wäre alles so einfach gewesen...nach 5 Jahren dieses eine positiv. Es hätte unser Leben verändert. 

Jetzt ist unser Leben auch verändert. Auf bittere Weise. 

Montag, 9. März 2015

Nullrunde.

Heute morgen war ich hoffentlich das letzte Mal beim Blut abnehmen. Wöchentliche Kontrolle. Jetzt dürfte der HCG dann wohl nicht mehr da sein.

Was heute bleibt ist ein bestimmt Wert mit einer 0 drin. Auf gut deutsch es bleibt im wahrsten Sinne nichts. Wir sind damit wieder auf 0. Wieder auf Anfang. Oder wieder offline.

Mein Körper produziert weiterhin fiese Pickel. Überall Pickel. Im Gesicht. Am Rücken. Überall. Ich sehe aus wie mit 14. Ganz toll auch die Schwarte am Bauch. Klar, drei ICSI-Spritzpläne und etliche Hormonpflaster gehen wohl auch an mir nicht spurlos vorbei. 
Somit ärgere ich mich jedes Mal, wenn ich in den Spiegel schaue. Gesicht kacke, Bauch kacke. Alles kacke. Jeden Tag werde ich daran erinnert, dass mir außer ne Scheißhaut und zu enge Jeans wieder mal nichts übrig geblieben ist außer ausgeprägtes Unwohlgefühl. Ich werde definitiv nicht wieder eine Hosengröße größer kaufen. Damit werde ich mich nicht abfinden. Also - abspecken? Sport? Wer mich kennt lacht jetzt schon...so what:

Ich will mein altes Leben wieder zurück. Ich will wieder von Herzen lachen können, will keinen Knoten mehr in meinem Herzen haben, will wieder von ganzem Herzen genießen können, ohne die schweren Gedanken im Kopf. Ich will wieder leicht sein. Frei sein. Will, dass das Paket wieder leichter wird.

Es scheint ganz so, als müsste ich mir auch das noch zurück erkämpfen. War ja klar. 

Die Trauerphase scheint in die Enttäuschungsphase überzugehen. Als nächstes folgt vermutlich die Verbitterungsphase. Aber auch das ist mir momentan herzlich egal. Zeitgleich mit der Enttäuschungsphase durchlebe ich die egoistische Egalphase. 

Neue Küche? Kaufen - klar ist doch egal.
Neues Auto? Kaufen - ist doch egal.
Hübsche Klamotten? Kaufen - ist doch egal, die Verpackung muss wenigstens stimmen.

Das einzige was mir nicht egal ist, sind die Tieger, mein Lieblingsmann und meine zu engen Jeans. 

Ich bin gespannt wie viele Phasen wir so durchleben, bis dieses schon von Anfang an verkackte Jahr vorbei ist. Ich bin es leid ständig nach Glücksmomenten zu suchen. Aber aufgeben werde ich das wohl nicht. Es hilft mir nach wie vor jede Woche wieder auf die Beine und wieder zurück ins Leben zu kommen. Also suche ich weiter, werde vermutlich auch weiter fündig, nur das große kleine Glück ist für immer verloren...








Sonntag, 1. März 2015

Zwei Wochen sind vergangen.


Eine zuhause, die andere wieder im Alltag.
Die eine so unfassbar schrecklich, die andere so unfassbar normal.

Die kommende Woche habe ich wieder frei. Bevor ich bis Ende März richtig ranklotzen muss. 

Mein Lieblingsmann nimmt seinen Resturlaub diese Woche. Eigentlich wollte er ihn mal spontan nehmen. Zum Skifahren. Jetzt nimmt er ihn, damit wir hier raus kommen. 

Wir werden drei hoffentlich wunderbare Tage in München verbringen. Shoppen. Stöbern. Essen. Genießen. Kucken. Frühstücken. 
Das wird sicher sehr schön werden. 

Ansonsten...

denke ich viel nach...muss ab und zu weinen...bin größtenteils wieder mitten im Leben. Draußen. Im Herzen und im Wünschehaus noch nicht. Ich gebe mir Mühe. Er gibt sich Mühe. 

42 punktierte Eizellen, 18 der kleinen Zellchen ließen sich befruchten.
12 jeweils tolle (so hieß es) gute Eizellen sind in der Zwischenzeit in 6 Versuchen bei mir eingezogen. Für jeden Versuch gab es am Ende einen kleinen Engel. Nach der ersten negativen ICSI schenkte uns meine Schwester einen. Wir haben es so beibehalten, weil wir diese Geste sehr schön fanden...


Jetzt am Ende bleibt uns wieder nichts. Wieder nur die Erinnerung...im Moment verbunden mit Schmerz und tiefer Traurigkeit. "Es wird bestimmt alles wieder gut" sag ich gestern weinend zu ihm. "Vieles...aber manches wird eben einfach nicht gut" sagt mein Lieblingsmann traurig und wischt mir die Tränen aus dem Gesicht...

Und so holen wir uns unseren vermutlich letzten Engel, den Engel der Erinnerung...
für uns und unser Schmetterlingsbaby...