Samstag, 31. Januar 2015

Angekommen in der Wartezeit.

Zwei Tage nach dem Einzug der Krümelchen...

Mein mittlerweile absolut unkeksiger Bauch ist angespannt. Drückt hoch bis zum Magen. Oder ist es der Magen der drückt? Mir ist schlecht und ich habe das Gefühl ich muss mehrmals tief durchatmen, damit meine Lungenflügel den Magen wieder in seine Schranken weisen...

Es ist durchaus schwer sich abzulenken wenn die Plauze ständig im Blickfeld ist. 


Noch mache ich mir aber keine Gedanken. Denn Brevactid unterstützt ja eine Überstimulation. Beim Transfer sagte der Dok, die Eierstöcke sind schon stark vergrößert. Wenn ich damit einverstanden bin solle ich mir nochmals eine Ampulle spritzen. In dem Wissen, dass das hier passieren kann. Klar bin ich einverstanden. Immer her mit dem noch so kleinen Strohhalm. Wenn schon, denn schon.

Ich würde mich gern ablenken aber bin so behäbig. Ich möchte am Liebsten den ganzen Tag auf dem Sofa verbringen. Lesen? Da schlafe ich ein. Fernsehen? Wer das mal eine Woche durchgezogen hat, weiß, dass Punkt12 und Shoppingqueen die Highlights des Tages sind. Es ist alles so anstrengend. Ich muss ständig kleine Verschnaufpausen machen. Ich habe Hunger und doch nicht. Muss viel Trinken und schaff es fast nicht. Mein Lieblingsmann mischt mir leckere (uahhhhh) Eiweißshakes. Gestern habe ich eine Möglichkeit gefunden, wie die richtig toll schmecken. Man nehme einfach ein handvoll tiefgekühlte Beeren und mixe sie mit dem Shake. Und das ist dann tatsächlich lecker. Wirklich. Aber sehr sättigend. 

Heute traue ich mich raus. Es wird mir gut tun, das weiß ich. Vor allem weil die Sonne heute so strahlt. Außerdem kann ich mich dick einpacken, da sieht niemand was. Das hindert mich auch ein wenig. Die kleine Kugel mit der ich mich so gern anfreunden möchte. Ich ertappe mich, wie ich es irgendwie genieße so auszusehen. Und ich ertappe mich, wie ich Angst habe es könnte uns jemand so sehen. Denn auf unangenehme Fragen oder Blicke möchte ich gern verzichten. Und was ist wenn der Kugelbauch dann wieder weg ist...Na noch ist er da und es fühlt sich ulkig an, wenn ER drüber streichelt um die beiden Krümel willkommen zu heißen. Es ist alles so.....hmmmmmmmmmmmm... Gefühlsüberfordernd. Aber das kennen wir ja schon. 

Noch ist es definitiv zu früh um mit mir heiteres Symptomeraten zu spielen. Noch bin ich bei allem was ich fühle sehr realistisch. Natürlich fühlt es sich diesmal anders an als letztes Mal, ich nehme ja auch andere Medikamente. Ich habe noch nie Brevactid nachgespritzt und ich habe noch nie Progynova in der Wartezeit eingenommen. Also - was erwarten wir...Es IST alles anders. Und wir hoffen und glauben dass alles ANDERS bleibt. Von ganzem Herzen. 


Donnerstag, 29. Januar 2015

Jetzt sind wir zu viert ♥

Der Tag beginnt früh. Denn seit gestern Abend schneit es bereits dicke Flocken. 
Der Lieblingsmann schippt gefühlte Unmengen an Schnee weg und wir starten so ziemlich genau eine Stunde früher als sonst.

Bereits am ersten Kreisverkehr hängt ein LKW schief und wir folgen den anderen mutigen auf die Gegenfahrbahn um den Koloss zu umfahren. Der nächste Stop etwa drei Kilometer weiter. Wieder ein LKW. Mittlerweile sind 20 Minuten vergangen.
Wir kriechen weiter in Richtung Autobahn. Die Nervosität und Anspannung im Auto ist riesig. Kurz vor der Auffahrt auf die Autobahn dann ein Unfall. Wieder fahren wir geisterfahrerhaft in einen Kreisverkehr, um die beiden Fahrzeuge die wohl auf einander gerutscht sind zu umfahren. Gott sei Dank ist beiden nichts passiert und all den Umfahrern auch nicht. 

Auf der Autobahn sind es etliche Kilometer, die wir mit den Anderen im Schneckentempo fahren. Aber - der Schnee wird weniger. Und etwa nach der Hälfte der Strecke kommt plötzlich blauer Himmel. Freie Bahn, freie Straße, Sonne...wir können es nicht glauben, meine Gebete wurden wohl erhört und ich entspanne mich ein wenig. Ich freue mich sogar auf das was gleich kommt. Mehr Freude als Aufregung.

Wir kommen rechtzeitig in der KiWu an. Alles ist gut.

Dann holt man uns zum Gespräch. 

Der Arzt zeigt uns wie die beiden Krümel aussehen. Ich bin entzückt und freue mich noch mehr. 
Dann zeigt er uns den Rest des DIN A 4 Blattes. Ein Protokoll über unsere Zellchen. 
Es waren 11.
Drei davon waren nicht verwendbar.
Es bleiben 8.
Davon ließen sich 4 befruchten.
Zwei haben es nicht geschafft.
Es bleiben 2 wundervolle 8-Zeller in einer tollen Qualität.
Ich realisiere die Worte nicht. Ich lächle und sage - oh toll! Das ist toll. Ich lächle den aufkommenden Schmerz einfach weg.

Wieder draußen Platz genommen reicht ein Blick und unsere Herzen fühlen dasselbe. Es ist Enttäuschung. Irgendwie Schmerz. Und Hoffnung auf diese beiden wunderbaren Wunschkrümel. Wir haben nur kurz Zeit um dieses Gefühl irgendwie sacken zu lassen, denn die Anästhesieschwester holt mich bereits ab. 

Die Narkose verläuft gut, ich kenne das ja nun schon zu genüge. Das Pflegepersonal ist sehr lieb zu mir. Nach dem Aufwachen fällt es mir schwer meine Emotion zurück zu halten. Immer wieder kullern die Tränen, auch bei dem glücklichen Gedanken, dass ich jetzt im Moment ein bisschen schwanger bin. Glücksenttäuschungshoffnungstränen. Ich vermisse außerdem die Hand meines Mannes.

Beim Gespräch hinterher sagt man uns, dass mit der Ampulle Brevactid, die ich mir heute noch spritzen muss, nun hormonell wirklich alles abgedeckt ist. Beste Voraussetzungen sind geschaffen. Alles andere liegt jetzt nicht mehr in unserer Hand.

Anschließend gehen wir zum Frühstücken. Neben meiner Kaffeetasse liegt plötzlich ein kleiner Glücksbringer. Wir haben beide Tränen in den Augen. Es sind einfach für den Moment zu viele verschiedene Emotionen.

Wir halten uns fest an der Hand und denken uns all die traurigen Gedanken weg. Wir hoffen auf die Beiden. Wir vertrauen. Wir lieben. Wir nehmen es an. Dieses unfassbare Wunder, dass da gerade passiert in diesen Stunden. 

Jetzt im Moment haben wir das WIR ganz nahe bei uns. Was für ein unglaubliches Gefühl. Wir bekommen vielleicht die Chance, dass sich unsere Welt verändert. Für immer. 

Wir sind jetzt zu viert. Wir haben unser kleines WIR erfolgreich nach Hause geholt. Nun sind wir ziemlich platt von all den Gefühlen die wir durchlebt haben. Aber dieses kleine momentane Glück lässt uns lächeln. Wir werden ihm mit Liebe, Hoffnung, und offenem Herzen begegnen. Es ist zeit...


Mittwoch, 28. Januar 2015

Alles WIRD gut...

Puhhhhhhh. Heute als der erlösende Anruf von meinem Mann kam plumpsten riesen Steine vom Wünscheherz. Hat man gehört oder?

Er darf morgen Urlaub nehmen. Dem Kollegen sei Dank, der die Schicht übernimmt.

Plötzlich legt sich das unruhige Wellenmeer, mein Boot hört auf zu wackeln und gleitet wieder sanft dahin. Alles IST gut. Alles WIRD gut. 

Ich bin unfassbar dankbar für die lieben Menschen, die mir gestern so viel Mut gemacht haben. Die mir ihre Fahrdienste angeboten haben. Die jetzt bestimmt mit einem Schmunzeln im Gesicht sagen: ich hab´s doch gesagt, das wird schon...und ich sage: jaaaaaaaaaaaa ihr hattet recht ;) 

So holen wir morgen unsere Pünktchen ab und können sie in Ruhe willkommen heißen. 


DANKE für all eure positiven Gedanken, die vielen Däumchen (und Pfötchen), die lieben Wünsche. Ihr seid SCHÄTZE. Alle miteinander. Für euer Dasein, euer geduldiges Zuhören(-lesen), eure Umarmungen und eure ermunternden Worte zum letzten Post und überhaupt...von ganzem Herzen DANKE!



Dienstag, 27. Januar 2015

Planänderung die Zweite

Es wäre ja totaaaaaaaal toll, wenn man sich mal nach irgendeiner Aussage richten könnte. Ja ich habe bereits vor langer Zeit gemerkt, dass das im Kinderwunschland nie und nimmer funktioniert. Trotzdem.

Geplant war, so sprachs am Punktionstag, Transfer der Wünschekrümel sei am Freitag oder sogar Samstag. 
Prima, der Lieblingsmann beantragt gleich für Freitag Urlaub, damit wir das Wochenende kuschelig (vielleicht zu viert) genießen können. Wir waren uns definitiv sicher - vor Freitag auf keinen Fall.

Heute also der Anruf. "Kommen Sie bitte zum Transfer am Donnerstag."

Mhm.

Donnerstag also. Mein Mann muss mit, wegen der Narkose. Donnerstag aber wird er vielleicht keinen Urlaub bekommen. Er kann versuchen die Tage zu vertauschen. "Äh hab mich verkuckt, ich brauche ja Freitag gar keinen Urlaub *einmalandiestirnklopf* Donnerstag war es ja...!"

Na toll.

Die Schnute zieht sich an der Wünschifront.

Es ist ALLES anders. Anders ist gut sagt ihr? Mir geht anders aber so langsam an die Nerven. Solche Extraaufreger brauchen wir nämlich nicht. Wir haben Aufregung genug. Mehr als genug.

Na jetzt ist es schon so, jetzt planen wir eben um. Ich bin ja Gott sei Dank flexibel, da ich diese Woche frei habe. Ob sein Arbeitgeber so flexibel ist wird sich morgen herausstellen.

Ich habe gerade äußerst schlechte Laune. Das liegt zum Einen daran, dass mein Bauch gegen die Tischplatte drückt. Er meint nämlich seit gestern, doppelt so groß ist sexy. Zum Anderen weil ich selber schuld bin, weil ich mich an solchen Aussagen festkralle. ER HAT GESAGT FREITAG ODER SAMSTAG. Meiner Meinung nach hätte er dann sagen müssen - im Laufe der Woche. Eine Aussage ohne Aussagekraft sozusagen. 

Na gut jetzt ist es eben Donnerstag. Jemand anderes würde sagen so what...ich sage vorwurfsvoll NA TOLL. Wir hatten es anders geplant...Wir haben uns darauf eingestellt. Oh oh oh. Ich muss noch viel lernen....

Fehlt nur noch, dass jetzt jemand sagt ich soll mich entspannen...

Montag, 26. Januar 2015

Punktion erfolgreich abgeschlossen.

Heute morgen viertel nach neun. Alles ging ganz schnell, kaum im Wartebereich platz genommen, schon hieß es Herr und Frau Wünschdirwas bitte kommen Sie mit. Ein kurzes Gespräch mit der Dame der Anästhesie, kurz nochmal Nervositätstränen trocknen, dann kommt der Doktor und erklärt auch nochmal alles kurz.

Wieder im Wartebereich angekommen, sitzen wir wieder nur kurz, dann geht es los. Wir werden abgeholt und ich darf mit in den OP. Najaaaaaa OP ist übertrieben. Es ist eben ein Zimmer, mit einem Gynstuhl und ein paar mehr Geräten wie im normalen Behandlungszimmer. 
Ich darf auf den Stuhl klettern, mir wird eine Infusionsnadel in den Arm gepieckst und meine Beine werden fest gemacht. Komisches Gefühl so da zu sitzen. Da kommt auch schon der Dok und zieht seine Handschuhe an. Viel sprechen tut er ja nicht. Also zumindest jetzt nicht mehr. Vermutlich denkt er - los jetzt, schlaf endlich.
Der Meinung ist die Narkoseärztin auch und schon wird kribbeliges Zeug in meinen Arm gespritzt. Das fühlt sich etwa so an: man möchte vor lauter Aufregung nochmal tief ein- und ausatmen aber währenddessen kribbelt es im Gesicht und im Kopf und es riecht irgendwie komisch und 

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einige Zeit später wache ich im Nebenraum auf einer Liege wieder auf.
Ich bekomme Infusion und diesmal ein Schmerzmittel und einen Tee. Pfefferminze. Was gäbe ich für einen Kaffee....
Dann darf ich mich sobald ich schwindelfrei bin wieder anziehen und zu meinem Mann wackeln, der schon soooooo lange da sitzt und auf mich wartet. Ich habe heute länger geschlafen als sonst sagt er, wir wären schon aufgerufen worden...bloß war ich noch nicht da irgendwie...Ich sitze noch nicht, kommt schon eine Helferin und holt uns zum Abschlussgespräch.
Jetzt erfahren wir, dass 11 Eizellen punktiert wurden. Mehr als vermutet. Das waren bestimmt die, die sich kurzzeitig versteckt haben. Wir erfahren, dass das Spermiogramm irgendwie besser als sonst war. Also selbstverständlich absolut ICSIwürdig, kein Zweifel, aber die Menge hat sich erhöht und es waren immerhin 1% bewegliche Spermien dabei. Hey 1% juhuuuuuuuuuuu ;) Nein - im Ernst. Es ist immernoch schlecht aber nicht mehr am schlechtesten. Also alles in allem coole Nachrichten!

Morgen darf ich dann im Labor anrufen und den Termin für den Transfer erfragen. Ich wurde gleich schon vorgewarnt, dass ich morgen keinerlei Auskunft über Qualität meiner Eizellen oder die Befruchtungsrate bekomme. Da muss ich mich gedulden bis zum Transfertag. Schaaaaaaaaaaaaade. Aber Warten ist ja zu einer unserer Lieblingsbeschäftigungen geworden. Wir haben Übung im Warten ;)

Der Transfer wird leider wieder in Narkose sein, er hat versucht an Ort und Stelle durchzudringen, aber er meint es wäre aufgrund meiner Stenose im Gebärmutterhals zu schmerzhaft :/ Na gut, dann eben noch einmal Kribbeln im Kopf. Aber wirklich nur noch einmal...

Habe ich wirklich gedacht ich müsste mich nicht mehr spritzen? Weit gefehlt...heute abend gleich nochmal. Brevactid. Eine Ampulle. 
Ab morgen gibt es dann noch Tabletten (Progynova ein Östrogenpräparat)und ein Gel (Crinone für´s Progesteron). Eventuell muss ich nach dem Transfer nochmal Brevactid spritzen, das bekomme ich aber noch gesagt. 

Als Belohnung bekomme ich vom Lieblingsmann ein kleines Frühstück vom Bäcker der sich unterhalb der KiWu befindet und juhuuuu einen Kaffee :) natürlich bekomme ich auch heute meinen Donut. Das ist ja klar ;)

Das war´s für heute - ich finde das reicht auch erst mal. Jetzt schau ich wer im Wünschihaus gern mit mir kuscheln mag und den nehme ich dann mit auf´s Sofa ♥ vielleicht hab ich Glück und alle drei Jungs sind heute kuschelig?? Mein Mann fiel kurz nachdem wir zuhause ankamen in einen Tiefschlaf...ich glaube so baut er seine Stresshormone ab ;) Jeder macht das irgendwie anders...

Also - ab in eine neue Woche warten :) 

Sonntag, 25. Januar 2015

Mein Leben ist schön!

Woche vom 19. bis 25. Januar


Nur noch einmal schlafen...

Heute kann völlig cool den Sonntag genießen. Es klingelt weder ein Wecker um 18 Uhr noch später. Es wird heute auch keinen Piecks geben. Komisch ist das. So nach 14 Tagen Spritzenmarathon.


Überhaupt wird es weder Menogon noch Gonal oder Cetrotide mehr geben. Nie mehr. 
Schade, dabei haben wir uns schon so angefreundet...pah - war´n Witz! 

Heute können wir uns ganz in Ruhe auf morgen vorbereiten. "Ganz in Ruhe" können wir zumindest versuchen. Nervös bin ich seit gestern. Da begannen nämlich ein paar Schmetterlinge durch den Magen zu flattern. Und heute habe ich vor, abends richtig lecker zu kochen und will eigentlich einen Spaziergang durch den neu hereingeschneiten Schnee machen. 

Heute habe ich aber auch Bauchschmerzen. Es drückt ganz schön beim Sitzen, beim Laufen, eigentlich immer. Die Übelkeit wird unterstützt durch einen Druck vom Bauch aus in den Magen. (Lecker essen werde ich heute Abend trotzdem!) Ich bin heute überall vor allem aber am Bäuchlein sehr berührungsempfindlich, am Liebsten würde ich den Katern eine unsichtbare Wand ums Bauchi bauen, so auf die Art: Halt nimm deine Pfoten mit den fiesen spitzen Krällchen sofooooort von meinem Bauch!!! Gegen ankuscheln hab ich nichts, aber die müssen ja immer erst ihren Platz platt treten...hmmmm man kennt das ja. Ich liebe sie trotzdem für ihre dauernden Liebesbeweise ♥

Und was ist aus der Angst geworden?
Sie ist selbstverständlich auch heute am Start, sie war schon ein bisschen früher wach als ich und bescherte mir komische Träume.
Sie tippte mir vorher gerade auf die Schulter und sagte: "verrückt, dass du gestern so optimistisch warst, so kenne ich dich gar nicht! Wird zeit, dass du dich an mich erinnerst!(dabei wedelt sie mit erhobenem Zeigefinger vor meiner Nase herum)" 

Die Wirkung dieses Schultertippens lässt nicht lange auf sich warten. Klar habe ich Angst. Riesengroße. Vor morgen, vor dem Anruf aus dem Labor, vor dem Transfer. Wird es so wie wir es uns vorstellen? Bekommen wir auch diesmal wieder gute Nachrichten von der Laborfrau? Werde ich vielleicht diesmal einen Transfer ohne Narkose bekommen? Werde ich mal irgendwann aufhören Sorgentränchen kullern zu lassen? Werden wir diesmal vielleicht tatsächlich einfach Glück haben? Schließlich hilft uns jemand beim Lottospielen...

Morgen ist es ja schon so weit und zumindest ein paar Fragen bekommen wir beantwortet. Und ganz tief in mir drin, ist neben der Angst große Aufregung. Positive große Aufregung. Weil ich mir jedes Mal wieder vorstelle, was da in unseren Körpern eigentlich passiert. Was dann mit unseren Zellchen passiert. Und dass vielleicht bald der Laborfrau ein Lächeln über´s Gesicht huscht, weil sich meine und seine Zellen mögen. Und teilen. Und so die Chance haben was ganz Großes zu werden. Es ist und bleibt eine unfassbar aufregende Geschichte....




Freitag, 23. Januar 2015

Der Deal.

Der Mann hat sich heute nicht an den Deal gehalten. Der Deal war: 

Hase wenn der Bauch zum Hormonbauch mutiert, dann möchte ich dass du jedes Mal sagst "Ach Mäuschen, das ist eindeutig ein Hormonbauch! Ja ich seh es auch, der ist rieeeeeeeeesig. Pah plötzlich so n Bauch. Krass!" Oder so in der Art...
Was sagt er: "Thihihi was n für n Bauch? Ich seh bloß ein Keksbauch!" Ich (ihr ahnt es): "Willst du damit sagen, dass ich immer so einen Bauch vor mir hertrage???" Er: "Öhm nein natürlich nicht! (Er blickt sich hilfesuchend um, aber es haben sich aber sogar die Kater verzogen) ich wollte damit sagen, dass es gar nicht so schlimm ist wie die letzten Male" Ich: "Aha. Du findest mich nicht hormonvoll sondern dicklich" Er: "Also nein! Mir fällt nur der Bauch nicht so auf, ich finde ihn nicht schlimm!" Ich: "Aha. Dir fällt der Bauch nicht so auf, aber dir fällt zumindest ja auf dass einer DA ist! Na prima. Du findest mich also die ganze Zeit schon moppelig" (Schnutezieh) Er: "Oh mann...was wollen wir heute Abend essen wenn ich heim komme?" Ich: "NICHTS."

Ein Teufelskreis. Ein Wunder, dass er aus der Nummer wieder rausgekommen ist...

Einmal in den Arm nehmen hat dann gut geholfen ;) Sie hat sich wieder beruhigt (insgeheim fand sie, dass diese Unterhaltung Spaß gemacht hat höhö) Und wir haben uns darauf geeinigt, dass es sehr wohl ein Hormonbauch ist. So.



Donnerstag, 22. Januar 2015

4. Termin und es gerät ins Stocken

Wieder Ultraschall heute an Zyklustag 14.

Ernüchterung macht sich breit, denn die dicken Dinger von gestern haben sich irgendwo vesteckt. Wo? Keine Ahnung. Jedenfalls sind die mit 18mm und 19mm irgendwie Schnee von gestern. Fragt mich nicht. Ich hab vor lauter ach ihr wisst schon natürlich nicht gefragt (Jahaaaaaaaaa Herr Wünschdirwas hat dies auch schon bemängelt - so what? Fragen bringt sie auch nicht wieder zum Vorschein...). Die Messung heute: 14mm, 16mm, 14mm. Und die Blutwerte sind auch nicht sooooooooooo. Noch nicht so wie sie sollten.

Somit Planänderung.

Keine Punktion am Samstag. Montag. 9 Uhr 15.

Ich bin verwirrt, sehe wieder mal knurrend ein, dass es im Kinderwunschland einfach keine Planung gibt. Wie auch, wir sind schließlich keine Maschinen schreibt mir eine liebe Person. Und recht hat sie. Ich fühle mich zwar wie eine Eiproduktionsmaschine, die vermutlich aber bald aussortiert wird, weil man sich auf die Zahlen nicht verlassen kann...
Nein im Ernst. Es grenzt an ein Wunder an sich, was man mit so kleinen Spritzchen alles im Körper verändern kann. Es grenzt tatsächlich an ein Wunder, dass mein Körper das alles so mit macht. Es wäre absolut ein Wunder, wenn es dabei perfekt laufen würde. Irgendwo ist das dann doch mal zuviel verlangt. 

Mürrisch knurre ich vor mich hin: zwei Tage länger, bedeutet zwei Tage später Transfer, bedeutet zwei Tage später BLUTTEST, während mir J.B. einen leckeren Kaffee serviert. Ich bin ihr sehr dankbar für diesen Kaffee, die Tempos und die Zeit, die sie heute mit mir verbringt.

J.B. hat einen Hund. Einen kleinen wilden zuckersüßen Hund. Ich, so ungefähr das dritte Mal am heulen, werde von der Hundemama lieb in den Arm genommen, da kann er sich nicht mehr halten. Klettert dieses Tier tatsächlich zu mir auf den Schoß um mir die Tränen von der Backe zu schlecken. Hinterher legt er mir noch seinen Knochen in die Hand. Mir fehlen die Worte. Diese kleine Hundeseele hat gemerkt, hoppla - akuter Handlungsbedarf!
Der kleine Hundemann hat mir mein Lächeln wieder zurück ins Gesicht gezaubert. J.B. - du hast den weltbesten Seelentröster ♥

Die beiden Kater sind übrigens als ich nach Hause komme leicht irritiert, weil Frauchen fremdgeküsst wurde und weil es auf einmal so viel nach Hund riecht...


Und so gehts denn weiter und
damit ihr wegen des verschobenen Samstags 
keine Langeweile bekommt
hier der Wochenendplan für die verwunschenen Eier: 
Um 18 Uhr eine Ampulle Cetrotide.
Um 22 Uhr eine Ampulle Menogon.
Morgen um 18 Uhr eine Cetrotide.
Um 22 Uhr eine Menogon.
Übermorgen um 18 Uhr eine Cetrotide.
Um 22 Uhr - HALT nein kein Menogon. Wir lösen aus.
Mit Decapepthyl. Und zwar um 21:45 eine Ampulle
und exakt eine Stunde später um 22:45 die Zweite.
Sonntag? Nix.

Mittwoch, 21. Januar 2015

3. Termin

Heute war wieder Ultraschall. 

Maaaaaaaannn ich hab Angst die Dinger platzen ;) Die sehen auf dem kleinen Bildschirm riiieeeesig aus. 
Mir ist es fast schon ein bisschen peinlich aber mit meinen kleinen, großen acht (so denkt er, bei acht könnte es bleiben) bin ich etwas eingeschränkt. Jetzt ist es nicht nur ein Zuvielgegessenbauch öhm nein ich könnte durchaus als Sagmalbistduetwaschwanger durch gehen. Gott sei Dank sagt der Doktor heute: Selbst Frauen mit 4 Eizellen können einen Überstimmulation haben. Ich glaube nicht dass ich eine habe. Nein. Aber er denkt wir müssen aufpassen. Ok.  

Die Jeans wird zuhause schnell in etwas bequemes umgetauscht und auf Kekse wird momentan verzichtet. Aber nicht wegen dem. Neiiiiiiiiiiin. Es ist nur eher so...dass ich sie gar nicht mag. Heute. Ich spreche mal nur von heute. Es schmeckt mir nichts und schneller als gedacht wird aus dem schönen satten Gefühl eher Übelkeit. Bah.

Nun gut, somit esse ich kleine Waldelfenportionen und versuche viel zu trinken. 

Die Traurigkeit ist heute fast verschwunden. Es passiert hier deutlich etwas in meinem Bauch und weil dem so ist bin ich auf einmal dankbar und sehr froh. Man merkt es geht was. Es läuft. 

Morgen will mich der Dok nochmal sehen. An dieser Stelle ziehe ich nochmal meinen Hut vor all den Frauen, die keine Krankmeldung bekommen. Wie macht ihr das bloß? 
"Kommen sie am Mittwoch, frühester Termin 7:45, spätester 12 Uhr. Ah können sie nachher nochmal vorbei kommen? Wegen der Rezepte? Sind sie noch ein bisschen in der Stadt? (Ah nein, wir fahren jetzt nach Hause, mein Mann muss arbeiten...)Gut morgen? Sie müssen morgen vormittag nochmal kommen...nein, nachmittags geht gar nicht, da läuft kein Ultraschall. Abends? Nein geht gaaaaaaar nicht. Nur vormittags. Rufen sie nachher mal an, so zwischen 13:30 und 16 Uhr." 
Und jetzt arbeite ich Schicht, ich kann durchaus mal vormittags. Aber in so nem Büro? Oder im Kindergarten? Oder in der Schule? In nem Geschäft? Sind die Chefs dort so flexibel, wenn man alle zwei Tage zu spät kommt? Oder sagt ihr klipp und klar: ich kann nur um 7? Manche Kliniken haben doch um 7 noch gar nicht auf...und dann ja noch die Fahrtzeit... Aaaaaaaaaaaach ja. Verrückt. 

Morgen also. Puntion meiner wunderbaren 8 wird wohl vermutlich Samstag sein. Aber sicher weiß ich es dann bestimmt morgen. 

Also dann...bis morgen ;)

Montag, 19. Januar 2015

Psychooooooooooooooo


Was für Hormonstimmungsschwankungen. Ich fühle mich einer Depression nahe. Ich weine und weine und weine. Ich kann gar nicht aufhören mit weinen. Ich bin am Boden zerstört. Warum eigentlich? 

Heute gibt es keinen Anlass zum "am Boden zerstört". Meine Eizellen sind gewachsen. Ok. Es sind mittlerweile 8 wenn wir richtig gezählt haben und viele viele klitzekleine, die wohl das Rennen nicht mehr schaffen werden. Aber immerhin. Solide 12 mm die Größte. Wachsen sollten sie auf bis zu 18 mm.  Das ist im Rahmen oder? Und zu schaffen. 

Dank des nichtaufhörenden Tränenflusses und einer heute sehr einfühlsamen Hausärztin bin ich diese Woche krankgeschrieben. Sie sagt es kommt von den Hormonen. "Das hat doch keinen Sinn" hat sie gesagt. "Was wollen sie sich denn so durch die Woche quälen". Das fand ich nett. Ich bin ihr überaus dankbar dafür. Trotzdem fühle ich mich so schwach. Zimperlich. Weicheiig. Anderen Frauen gegenüber. 
Ja jede reagiert anders. Aber dass ich dieses Mal sooooooooo reagiere. Und schon wieder muss ich weinen...

Sonst so?

Mein Bäuchlein sieht aus wie nach: aber echt mal zuviel gegessen. Spannung gleich, Ziehen gleich. Alles gleich. Spritzen klappt immer besser. Ich brauche mittlerweile nur noch drei Minuten oder so. Ich trinke fleißigst meine Tees. Obwohl ich der Holunderblüte bald den Krieg erkläre, ich mag sie einfach nicht. Sie schmeckt scheußlich und hinterlässt Übelkeit bei mir. Na bitte. Wenn´s hilft...

Ja ich und meine Tränen. Ich weine vor Rührung, ich weine vor Traurigkeit, ich weine vor Dankbarkeit, ich weine weil wohl geweint werden muss. Also dann. Ich hab ja jetzt zeit. Und genug Taschentücher. Und eine Katze, die sich ins Fell weinen lässt. Es ist ok. Wenn es nur wieder aufhört. Denn ich möchte dem Wunder so gern die Hand reichen (J.B. das hab ich von dir!)denn wir sind tatsächlich bereit dazu. Genau jetzt. Wir sind natürlich etwas sorgenvoller geworden. Realistischer mit der Zeit. Wir wissen wie das funktioniert. Oder eben auch nicht. Grund eine solche Heulsuse zu sein? Nein. Daher gebe ich mir Mühe. Ich versprechs. Ich weine heute. Vielleicht morgen noch ein bisschen und übermorgen gehts weiter. Mit großen Schritten auf die Eizellentnahme zu und dann ja dann entsteht daraus hoffentlich ein Wunder. Unser Wunder. 

Sonntag, 18. Januar 2015

Mein Leben ist schön!

Woche vom 12. bis 18. Januar


So gehts...

Habt ihr schon mal die Packungsbeilage vom Menogon gelesen?  Ach ich hab sie nur kurz überflogen. Nun liegt sie schon in der Papiertonne. Da liegt sie zurecht, denn sonst hätte ich vermutlich alle Nebenwirkungen die es gibt. Das ist ein bisschen so wie damals, als wir auf unser Examen gelernt haben. Da hatte immer eine von uns irgendwas. Zum Beispiel ein Magengeschwür oder eine Thrombose...

Übelkeit steht drin in der Packungsbeilage.

Ich kämpfe mit einer unterschwelligen Übelkeit. Sie ist eigentlich meistens da, außer wenn ich Hunger kriege. Dann hab ich eben Hunger. Sonst ist mir immer leicht schlecht.
Immer wieder habe ich Kopfschmerzen. Kommt bestimmt vom Kopfstress würde ich sagen. 
Es arbeitet definitiv im Bauch, das kann ich merken. Wenn ich lange stehe oder viel laufe, dann tut es, nein nicht weh, aber es wird unangenehm. Sehen tut man allerdings nichts. Gar nichts. Außer die Kekse. Und die vielen Donuts. Und neiiiiiiin davon ist mir nicht schlecht ich schwöre...

Der Frauenmanteltee schmeckt immer noch nicht besser, auch wenn man ihn oft trinkt. Dank Hanni erfreue ich mich noch zweimal täglich an einer leeeeeeeeckeren Tasse Holunderblütentee. Bitte Hanni sag, dass ich nicht mehr davon trinken soll! Vielleicht hole ich mir doch lieber noch den Saft irgendwo her. Ich mag Holunderblütensirup, aber der wird wohl nicht so doll helfen nehme ich an? Denn Lecker hilft allermeistens eher nicht...


Die Lage im Allgemeinen hat sich ein wenig entspannt. Ich warte auf Montag und entweder es ist wie es ist oder aber wie so oft ich habe mich, meinen Lieblingsmann und die Welt umsonst verrückt gemacht und es sind wie durch Zauberhand 398 weitere Eizellen herangewachsen. 

Ich bin oft traurig. So eine Art Grundtraurigkeit. Darüber, dass wir möglicherweise doch wieder leer ausgehen. Darüber, dass es das letzte Mal sein wird. Melancholie übrigens ist in Zeiten wie diesen neben Angst mein zweiter Vorname. Ich wäre so gern umsonst traurig. Einmal nur. 

Gleichzeitig hab ich Hoffnung. Und gleichzeitig freue ich mich auf die Arbeit die mein Körper leistet. Klaro. Sonst würde ich mir nicht täglich diese Spritzen in den Keksbauch stechen. Was für ein waschechter Gefühlswirrwarr. Zwischen Lachen und Weinen. Zwischen Hoffen und Bangen. Ich kann das diesmal schlecht abstellen. Diesmal halten sich Hoffnung, Freude Sorge und Angst die Waage. Vielleicht wird es ab Montag besser...ich merke, dass es IHM auch so geht. Er ist dieses Mal einfach ein bisschen sorgenvoller als sonst. Und aufgeregter. Und unfassbar süß ♥ Er würde mich sogar für 10 Minuten Ultraschall begleiten, damit ich nicht zwei Stunden alleine durch die Gegend fahren muss...auch wenn es für ihn bedeutet, dass er dann abends länger arbeiten muss und er wegen mir einen 14-Stunden-Tag hat oder so. Er ist der Beste würde ich sagen. Das bringt mich zum Lächeln.

Ich werde jetzt mehr an ihn denken...

Freitag, 16. Januar 2015

1. Termin...


Der Wecker des Lieblingsmannes klingelt zu meinem Leidwesen etwa eine halbe Stunde früher als meiner. Ich bin hellwach und will auch nicht mehr weiterschlafen, weil ich dazu ja viel zu aufgeregt bin.
Leider bin ich auch viel zu früh im Bad fertig.
Viel viel zu früh fahre ich los. Auf der Fahrt in die KiWu wird mir mehrmals schlecht vor Aufregung und ich sage mir etwa jede halbe Minute - tiiiieeeeeef durchatmen...nun, wenn man mehrmals hintereinander tief atmet kommt man leicht ins Hyperventilieren ;) ich muss eindeutig langsamer atmen...trotzdem bin ich wenigstens froh, dass ich selber fahre, so lenkt mich der Verkehr doch hin und wieder ab.
Ich sitze meinen Hintern noch ein wenig im Parkhaus platt bevor ich hoch in die Praxis gehe. Schwupps angemeldet und ja richtig - nochmal schnell zur Toilette. Vor lauter Angst. 
Ich schau in den Spiegel und sage mir: Foillein, du bist ein erwachsenes Mädchen und nun verhalten wir uns auch so. 

Kaum sitze ich im Wartebereich komme ich auch schon dran.

Die Helferin beruhigt mich und sagt ich darf gespannt sein aber nicht aufgeregt. Ok. Die Aufregung hat sich jetzt wo ich nicht mehr weglaufen kann auch etwas gelegt.

Der Dok kommt und schaut nach. Und schaut. Und sagt erst mal nichts. Dann nach einer gefühlten Ewigkeit sagt er: "Jaaaaaa da sind schon welche. Aber die sind noch viel zu klein". So klein, dass auf der linken Seite etwa 3 ausgemessen werden und rechts gerade so 2.
Ich bin etwas irritiert, zwar sieht mein Bäuchlein noch aus wie immer, aber dem Spannungsgefühl zufolge hätte ich mit einer Eierstocksexplosion gerechnet. So wie die letzten Male halt auch. Die letzte ICSI ist allerdings schon fast zwei Jahre her, ich mache mir langsam Sorgen ob auch meine Eierstöcke gemerkt haben, dass ich alt werde...? 

Was hab ich erwartet, dass sich jetzt ein Gefühl der Enttäuschung ausbreitet?
Warum fühle ich mich ein bisschen melancholisch wenn ich an die mickrige Ausbeute denke? 
Können die echt noch alle wachsen? Klar können die, wir sind ja heute erst bei Tag 8...
Vermutlich habe ich gedacht - alles gleich wie immer. Solide 14 bis 16 Eizellen, macht im Endergebnis klare 9 die toll sind, bedeutet logischerweise noch eine oder zwei Chancen mehr. Oder Strohhalme.

Was wenn nix übrig bleibt?

Nun ja ich gehe trotzdem erhobenen Hauptes zur Tür hinaus, die Helferin sagt, ich solle mir jetzt keine Gedanken machen, es sind Eizellen da und basta. Andere Frauen haben am Ende gar keine.

Und sie hat recht. Und da werde ich wieder traurig und denke - ja genau. Wie undankbar von mir. Mir tut es ab sofort leid, dass ich meine kleinen Eibläschen so kritisch beäugt habe. Mir tut es leid, dass ich unzufrieden gewesen bin. Ich bekomme genau jetzt meine Chance und wenn es tatsächlich nur diese Eine ist, dann ist es eben so. Noch ist alles offen und noch ist nicht die Zeit zum Kopf hängen lassen. Noch ist auch nicht die Zeit um traurig zu sein. Und weil das alles so ist, muss ich schlucken und hab ich einen dicken Kloß im Hals. Weil ich mich schäme. Über meine eigenen viel zu hohen Erwartungen und meine Unzufriedenheit...

Donnerstag, 15. Januar 2015

Halt da war doch noch was...

Anscheinend bin ich schlecht vorbereitet. 

Nervös pflüge ich durch die Wohnung und  suche verzweifelt meinen Frauenmanteltee. Für die Psyche. Gerade habe ich gelesen (ist ja nicht so als hätte ich es nicht schon mal gelesen), dass dieser ja auch noch die Reifung der Eibläschen unterstützt und nicht nur fabelhaft für die Schleimhaut ist. 
Hier muss auch noch irgendwo Bryophyllumpulver versteckt sein. Vermutlich auch für die Psyche. Ich hab alles da, ich bin mir sicher. Nur wo???

Da!

Im hintersten Winkel versteckt in hübschen Körben. Mit Deckel. Ist fast so als wäre es komplett weg. Da hatte ich ja damals eine tolle Idee. Ab in die Deckeldose, aus den Augen aus dem Sinn. Damals...shit ist der Tee überhaupt so lange haltbar?? Na was soll´s Freitag kauf ich dann neuen...schmeckt sowieso gräßlich. Ich kann also nicht rausschmecken ob der noch gut ist...
Aber wenns hilft ;) Dann kann ich hinterher sagen - jahaaaaaaa der Frauenmanteltee war´s! Menogon? Achwas...der Teeeeeee thihihihi.

Morgen ist also Freitag und ich bin doch deutlich nervöser als noch vorgestern. Aber immer noch positiv nervös. 

Ich bin übrigens unfassbar dankbar für diesen wundervollen Dienstplan. Ich darf diesen und nächsten Monat fast die Hälfte meiner Überstunden abbauen und somit hab ich echt viel und teilweise lang am Stück frei. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich den Plan in den Händen hielt. Dieses fiese Haus mit seinen teilweise fiesen Mitarbeitern und Chefs und mit all seiner fiesen Arbeit die ich dort erledigen muss scheint mir entgegenzukommen. Einmal in 16 Jahren :) Ich bin ein Glückspilz! Ein riesengroßer ♥ und ich freue mich ehrlich sehr!

Ob der Tee bis morgen schon wirkt? ;)

Damit ich wenigstens morgen gut vorbereitet bin, packe ich gleich mal meinen Stimulationsplan in die Tasche und...was war da noch gleich? Ahhhhhh den Möbelschwedeneinkaufszettel :) 

Heute ist Tag 7 und ab heute gibt es ZWEI Spritzen. Und ja ich bilde mir seit gestern ein was zu merken...ein Ziehen. Links und rechts auch. 


Dienstag, 13. Januar 2015

Und merkst du schon was?


Äh nein. Oder vielleicht doch? Beinahe hätten wir beide gestern die zweite Spitze verpennt - huch schon 22 Uhr???? Jetzt aber schnell. 

Schnell?

Nun gut, ich kann schoooon schnell Spritzen geben. Ich kann die Dinger auch echt schnell aufziehen. Wenn sie am Ende nicht für mich sind.

Schnell zog sich wieder ganze 10 Minuten hin. Für die erste brauchte ich deutlich länger, jaahaa weil in der ersten Ampulle noch ein Rest geblieben ist. Der sich auf die Art, wie ich die Reste immer aus der Ampulle ziehe nicht raus ziehen ließ. Leicht verzweifelt und panisch und mit zitternden Händen schaffte ich irgendwann...wir mussten beide so lachen...hinterher natürlich. Ich bot meinem Lieblingsmann an, mich zu spritzen, worauf er mich mit angstgeweiteten Augen anstarrte und das Badezimmer verließ...aber er half mir dann aber doch liebevoll und hielt die Spritze während ich 43mal desinfizierte und 64mal eine Falte an 23 verschiedenen Stellen machte...

Schnell wollte ich den ganzen Milliliter nicht unter die Haut jagen. Ich hab leider vergessen ob man Menogon schnell oder langsam spitzen soll. Ich mach mal mittel.

EIN MILLILITER. Jajajajajajaaaaaaaaaaa. Ist ja nicht die Welt. Sieht aber in einer so dünnen Spitze auch aus wie ein halber Liter. Findet ihr nicht? 




Ach und nein ich merke noch nichts. Minimal ein klitzekleines Ziehen oder so. Aber hey die Erdbeerwoche ist ja auch noch da. Da kommt ein Ziehen ja hin und wieder mal vor ;) 

Wuhuuu schon Tag 5. Ich habe ein freudiges Kribbeln in mir drin wenn ich an Freitag denke. Freitag ist Ultraschall. Der erste. Weniger Angst, mehr Kribbeln. Ich bin neugierig. Ja und aufgeregt. Schon sehr aufgeregt. Und hinterher wartet der Möbelschwede auf mich, er hat viele schöne Sachen hat er gesagt, nur für mich! Und vorher hab ich ein Date. Freitag wird ein guter Tag ♥

Sonntag, 11. Januar 2015

Welcome to the Show...

Hey jetzt geht es los. Meine Reise. Meine letzte ICSI-Reise. Fühlt sich komisch an oder? Wenn man es so ausspricht...

Für mich ist schreiben wichtiger denn je. Denn manchmal mag ich nicht mehr reden. Raus muss es aber. Und wie. Daher mal wieder DANKE an diesen meinen kleinen Blog. Hier wird jedes Gefühl ob traurig, ängstlich, zufrieden, glücklich oder enttäuscht seinen Platz finden in den nächsten Tagen und Wochen. 

Bitte sehr, nehmt platz, macht es euch gemütlich, schnallt euch an falls ich tobe. Schreit, schimpft, weint oder lacht mit mir. Werdet mit mir verrückt oder fallt mit mir auf den Boden zurück. Alle Gefühle sind erlaubt und alle sind wichtig. 

Für mich begann die Show schon im November, denn bereits da ging es gefühlstechnisch rauf und runter. Kleine Verwachsungen in der Gebärmutter - für mich gleich ein kleines, großes Drama, welches ja glücklicherweise entfernt werden konnte. Die Chromosomensache machte mich über eine Woche lang verrückt...das Warten auf unseren Termin zog sich in die Länge...6 Wochen lang...das Warten auf die Rezepte, die mir zugeschickt werden sollten...die Dame in der Apotheke, die anscheinend noch nieeeeeeeeee so ein Rezept gesehen hat...

Wir sind aber auch zufrieden, denn die Klinik, die mit uns diese Reise antritt gibt uns ein Gefühl das zu schaffen. Und - die Erdbeerwoche läßt komischerweise gerade dieses Mal nicht auf sich warten. Wir rechnen nicht mit einem Spaziergang und Dauersonnenschein, und trotzdem freuen wir uns darauf. Ich hatte am Freitag sogar ein Tränchen im Auge, weil es einfach nochmal eine Chance ist, die wir uns schnappen können. Bleibt selbstverständlich im Hintergrund die Angst vor dem was kommt. Nicht dass ich das alles nicht in Kauf nehmen möchte...nein. Aber wir hätten es diesmal gern bitteschön ein wenig einfacher ;) Die letzten Jahre haben mir gezeigt, dass die Kinderwunschklinik kein Wunschkonzert ist, wo man seinen Wunschzettel bei den Damen vorne am Tresen abgibt und mit vollen Händen hinten wieder rausspaziert. Nein eher so gar nicht. Du gibst deinen Wunschzettel nämlich ab und bekommst hinterher - genau nämlich nichts. Also wir jedenfalls. Bisher. Und trotzdem gab ich immer brav meinen Zettel ab... Ja diesmal hätten wir es gern einfacher. Ich hätte bitte jetzt gern ein Wunder. Ich wünsche mir jetzt, dass es diesmal einfach funktioniert. So wie es halt eben so funktionieren soll bei einer ICSI. Befruchten, einnisten, gut.

Ich habe nicht wirklich lange überlegt ob ich darüber schreiben soll... Dazu herrscht eindeutig zuviel Tumult in mir wie man die vergangenen Tage schon merken konnte. 
Also werdet ihr vermutlich jeden Tag mit mir durch die Warteschleifenzeit, die Zeit in der nichts passiert und die Zeit in der so viel passiert gehen. 
Der Zauber, den ein positiver Test für "normal" schwanger gewordene hat, dieser magische Moment vielleicht die magischen Wochen in denen nur du und dein Partner weiß - wir bekommen ein Baby - der ist bei uns sowieso längst verflogen. Denn uns wird das Glück nicht per Glücksgefühlsübelkeit oder eines billigen kleinen Pinkeltests mitgeteilt, sondern von der Besatzung der Kinderwunschklinik meist auch noch über´s Telefon. Bevor aber dieses verdammte Telefon klingelt begeben wir uns in aller Herrgottsfrühe zitternd ins Auto und fahren (dank der neuen Klinik) eine Stunde lang um ein kleines Röhrchen Blut ab zu geben. Dann dauert es Stunden bis dieser eine alles entscheidende Test endlich endlich fertig ist. Und erst dann, dann klingelt unser Telefon...welches natürlich vorher mehrfach auf seine Funktionstüchtigkeit getestet wird. 
Daher Ladies und Gentleman (lesen Männer hier eigentlich mit?) ihr, die ihr mich so zauberhaft bisher begleitet habt, ihr wollt doch alle Details wissen...gebt´s doch zu ;) Ich bin ab heute eine äh nö eure Dramaqueen überzuckert mit Angst und einem Hauch Verrücktheit und ich wäre sowieso mit all meinen Gefühlen heillos überfordert. Und mein Lieblingsmensch mit seinen UND noch meinen sowieso :) 


In diesem Sinne: WELCOME TO THE SHOW 








TAG 3...und heute ist die erste Spritze fällig...







Freitag, 9. Januar 2015

Wie sag ichs...ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen...

Heute bin ich schon weniger verzagt als gestern. Es sind tatsächlich nur Momente oder eben Tage an denen man die Situation nicht groß ändern kann und eben auch nicht kurz aus seiner Haus rausschlüpfen kann. Früher hab ich sowas erfolgreich verdrängt und bin dann eben mit Tränchen in den Äuglein eingeschlafen. Heute - bin ich halt den ganzen Tag kacke drauf...

Ihr lieben Menschinnen da draußen. Ihr, die ihr mit so vielen bekannt seid, die dann doch noch auf natürlichem Wege schwanger wurden. Obwohl sie jahrelang Wünschlerinnen waren. Ich weiß ihr meint es nicht böse. Nein ihr meint es sogar oft aus tiefstem Herzen mitfühlend und lieb. Deshalb ärgere ich mich nicht über diesbezügliche Kommentare. Trotzdem versetzen sie einen kleinen Stich. Ich bin traurig darüber, weil ich es nicht begreifen kann, dass manche es nicht verstehen, dass es nun mal Menschen gibt, die kinderlos bleiben. Absolut ungewollt. Und am Ende sogar für immer. 

Ich mache die Behandlung, weil ich so überhaupt eine reale Chance auf ein Baby bekomme. Hätte ich am Anfang mit unserem Befund sagen sollen: ach lass laufen, entweder es klappt doch so oder eben nicht? Hmmm ich glaube kaum, dass das möglich ist, wenn man sich mit der Marterie mal befasst hat. Da bist du drin in der Mühle. Es sei denn du steigst freiwillig und wissend was deine Entscheidung betrifft aus. Wissend darüber, dass du dir vielleicht irgendwann mit Ende 40 sagen musst wenn dein Wunsch über dich hinaus wächst: ja wir haben es ja nicht mal probiert...das muss jeder für sich entscheiden, allerdings bin ich mir sicher, dass es mir so ergehen würde. 

Währenddessen und auch dazwischen: Mach dir nicht so viele Gedanken darüber....ja na klar mache ich mir nen Kopf. Hallo? Ich spritze mir irgendwelche Hormondosen, sehe aus wie ein Luftballon und weiß genau wie weit meine Zellen entwickelt sind ehe sie zu mir zurück kommen. Da ist es tatsächlich schwer nicht darüber nachzudenken und sich nicht darauf zu versteifen. Jeder der so was macht weiß das. Locker lassen ist da mal äußerst knifflig.

Wenn du das dann jahrelang gemacht hast und irgendwann beschließt, dass du das eben nicht mehr jahrelang weiter machen willst, tut sich trotzdem ein Loch auf. Ein sehr großes sogar. Denn es heißt dann tatsächlich Abschied nehmen. Weil dann ist ein Leben OHNE Kinder real. Nicht nur in der Vorstellung und in den Versuchen dazwischen. "Naja" mag mancher sagen, "aber du lebst doch schon ein Leben OHNE Kinder". Jaaaaaa. Das tue ich in der Tat aber noch lebe ich in meinem echten Leben von einer Chance zur nächsten, bisher war es nie endgültig. Bisher war oder ist immer noch die Hintertür, die sich hoffentlich für mich öffnet und in die ich hineinhuschen kann. Die selbige ist dann aber irgendwann weg. Da rennste gegen ne Wand. Keine Tür. Bäng.

Ja und wenn ich dann irgendwann soweit bin, im Lebengenießenzustand, im Abgeschaltenmodus, im Wonderland, ja daaaaaaaaaaaaannnn soll ich plötzlich schwanger werden? Ganz von alleine? Mit einem Spermiogramm, dass sich seit 5 Jahren kein bisschen verändert hat? Leute - wir werden ja auch älter....sollte es tatsächlich so sein, seid gewiss, dann eröffne ich einen Wunderblog. Macht nämlich sonst keiner. Irgendwie.

Ich wünsche mir einfach, dass ihr versteht, dass man nicht einfach so aus der Nummer rauskommt. Vielleicht gibt es Meschen denen das gelingt - meinen Respekt - ich gehöre nicht dazu. Leider. Ich versuche zu erkämpfen was mir/uns zusteht wie jedem anderen auch. Das geht leider nicht ohne die Hilfe. Leider so gar nicht. Aber - irgendwann wird meine Kraft aufgebraucht sein. Irgendwann ist es dann vorbei. Und dann lebe ich damit. Und dann werde ich nicht automatisch zu derjenigen die von alle Kinderwunschfrauen schräg von der Seite angekuckt wird: "So ein langer Weg und jetzt zu meinem 41 Geburtstag bekomme ich Zwillinge einfach so!" Ja diese Frauen gibt es tatsächlich, aber bin ich dann eine davon? Hmmm früher dachte ich, ja Frauen die keine Kinder kriegen können gibt es...aber bin ich eine davon? Dann hieß es in der Regel braucht es 4 Versuche um schwanger zu werden...wir sind bei Versuch Nr. 6 angelangt...ich bin also auch nicht eine der Statistikdamen...

Nehmt es uns bitte nicht übel, wenn wir euch mit Erklärungen, manchmal Wut und manchmal auch Unverständnis gegenüber treten.

Tipps wie: lass locker, schalt ab, schließ ab, und Schwangerschaften finden im Kopf statt, darüber können wir nur müde lächeln. Irgendwann werde ich schon abgeschlossen haben. Trotzdem ist das für mich keine Garantie Mama zu werden. Denn wenn es so einfach wäre, dann wäre jede von uns hier Mama. Schon mehrfache vermutlich. Dem ist leider nicht so, wie man bei so vielen hier lesen kann. Manchmal reicht eben ein: ich nehm dich in den Arm. Oder ein: ich fühle mit dir. Oder zur Not einfach nix. Aber bitte bitte bitte habt von uns nicht die Vorstellung als verbissene, verbitterte, kämpfende, verzagende, ewig trauernde Frauen, denen man mal ordentlich auf den Kopp hauen möchte, denn es ist doch so einfach schwanger zu werden....man muss nur mal mit dem ganzen Mist abschließen.

Können wir uns darauf einigen? Das wär so cool...ich freue mich trotzdem über jeden lieben Kommentar von euch, denn ich lese durchaus auch zwischen den Zeilen und ich weiß, dass ihr uns Mut machen wollt und dass keine, die mir in diese Richtung schreibt es mit einem fiesen Lächeln im Gesicht tut...in diesem Sinne...


...trotzdem Freunde?





Donnerstag, 8. Januar 2015

Einsamkeit

Gerade suche ich nach Worten. Versuche jemanden zu trösten. Versuche die Einsamkeit zu verscheuchen.

Gerade kullern mir Tränen übers Gesicht, weil ich genau diese Einsamkeit heute ganz besonders fühlen kann. 

Ich bin angeschlagen seit 10 Tagen. Wir habe hier immer noch Leckereien stehen und auch noch die Deko. Nicht mal das schaffe ich wegzuräumen oder umzugestalten. Ich habe in letzter Zeit viel frei bekommen. Eigentlich toll. Eigentlich fabelhaft. Aber da sitze ich und wünschte die Zeit würde etwas schneller verstreichen, dann wäre die einsame Zeit schneller vorbei. Statt dessen bin ich weitere zwei Tage krank. Statt dessen hadere ich weiter mit diesem schlechten Start und fühle mich doof. Versuche mir gleichzeitig in den Hintern zu treten - mein Gott jeder ist mal irgendwann richtig krank...

Nun dann warte ich eben unruhig bis ER nach Hause kommt. Damit ich mit ihm gemeinsam allein sein kann. ER fühlt sich auch doof. Er wird nämlich jetzt auch krank. Wen wundert es, wenn man sich maximal auf einer Kopfkissendistanz die ganze Nacht anhustet...

Doofe Tage. 

Es ist nicht jeden Tag gleich, aber so durch die Jahre...der Kreis wird immer enger. Jetzt wird es langsam wieder ernst. Mag sein, dass sich dieses Jahr unser Wunsch erfüllt. Mag sein, dass dann alles alles anders ist. Wenn nicht? 
Dieses "wenn nicht" fühlt sich wie ein dicker Klos an. Dann würde das bedeuten, dass wir einen Abschluss finden müssten. Einen Abschied von dem Gedanken an Weihnachten eine kleine Familie zu dritt zu sein. Und an Ostern und in den Sommerferien und für immer. 
"Wenn nicht" fühlt sich in heute mal wieder besonders ekelig an. Ich war und bin so oft so gerüstet und voller Zuversicht. Alles wird gut werden so oder so. Ich genieße die Vorzüge des kinderlosen Lebens bewusst denn "wenn nicht", dann haben wir viel vor. Wenn doch um so besser. Dieses Jahr dreht sich alles um "wenn" und "wenn nicht". Weil ich/wir im Herzen spüren, dass der Weg dieses Jahr zu Ende geht. Wir sind beide so weit. Es muss aufhören. Dass sich alles um die Hoffnung dreht. Wir wollen beide wieder mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Nicht ständig in der Luft hängen. Wenn...wenn nicht...

Aber diese Einsamkeit in mitten aller Menschen die ich so gern mag, die ich liebe und die mir Mut machen. Die mir ihre Liebe schenken und ihr Mitgefühl. Die meine Hand halten. Die hier mit mir sind. Ich weiß ich bin nicht allein. Sicher nicht. Aber mein Herz fühlt sich heute an wie ein Stein. Schwer. Kalt. Und eben einsam. Weil ich weiß, dass noch nie nie nie sich eines der Krümel bei mir wohlgefühlt hat. Ich fühle mich so unkuschelig. Als könnte ich gar kein Nest bauen. Als hätten sie bisher immer gesagt: Ach das lohnt sich nicht, da brauchste gar nicht erst anbeißen. Hier ist´s nicht schön...
Oder liegt es tatsächlich nur an den defekten Genen? Dass sich nie eins einkuscheln konnte, auch wenn es wollte? Den Grund dazu hätten wir ja jetzt. Ach wer weiß das schon.  

Ich wünschte mir es wäre anders, ich könnte heute aus ganzem Herzen sagen: ach trotzdem ein toller Tag. Nein heute nicht.

Andere bekommen Babies - ich Einsamkeit. Das ist nicht fair. Aber was ist schon fair und wer fragt außerdem schon mich :(

Diese Einsamkeit im Herzen kann mir heute niemand nehmen. Denn zu allem Übel will ich mich einfach nur verkriechen. Ich will gar nicht dass mich jemand tröstet, denn es hilft ja doch nicht wirklich...ich will mir leid tun. Unendlich leid sogar. Ich will jammern und weinen. Ich will heute den Herzschmerz nicht einfach weglächeln. Ich bin mir sicher, dass ER die gleiche Einsamkeit fühlen kann. Wir können uns diese Leere nicht nehmen. Ist das nicht traurig? Und trotzdem...wir haben uns...




Und ab Samstag lächle ich die Menschen beim Arbeiten wieder an, denen ich bis jetzt noch nicht begegnet bin, strahle tapfer und sage - hey na klar hatten wir ein bombastisch tolles romantisches und fabelhaftes Weihnachten. Silvester ja suuuuuuper. Einen prima Start hatten wir und ja das Jahr wird voll toll! Stimmt ja auch. Bis auf heute.

Ja Ladies, was würde ich ohne euch machen...hier sitze ich und weiß, dass mindestens eine von euch da draußen heute dieses Gefühl mit mir teilt. 


♥ so what...morgen ist ein neuer Tag...