Mittwoch, 30. Dezember 2015

Jahresrückblickzeit.

Liebes Jahr 2015. Ich bin froh, dass du nun endlich zum Ende kommst. Obwohl du dich besonders im Sommer was die Sonne angeht von deiner besten Seite gezeigt hast und uns einen wunderbar goldenen Herbst beschert hast, hast du mir trotzdem das Herz gebrochen.  

Voller Mut gingen wir Anfang des Jahres, auf ein Neues mit neuen Menschen los - machten uns auf den Weg zu unserem Wunder. Wir konnten vor lauter Glück kaum atmen, als zum ersten Mal in meinem Leben der Test in meinen Händen zwei Striche gezeigt hat. Das Ende dieser Geschichte wird mich auf ewig begleiten. Und es tut immer noch weh. Oft sehr sogar. Es hätte einfach alles anders kommen sollen. Es war schon alles so deutlich in meinem Kopf. Ich hatte keine Sekunde über 'was wenn jetzt doch nicht' nachgedacht. Wie dumm von mir. Da war dieses tolle positive Ergebnis und ich sah mich, das komplette Jahr hindurch. Wie alles so sein würde. Bis hin zum Weihnachtsbaum unter dem wir das allererste Mal nicht alleine sitzen würden. An diesem kostbaren Freitag im Februar, konnte ich mir mein ganzen verändertes Leben vorstellen und ich freute mich so sehr darauf. Ja so bin ich...leicht für was zu begeistern...und mit einer wunderbaren Vorstellungskraft...

Der Frühling verging somit. Wir waren die meiste Zeit davon einfach nur traurig. 

Der Sommer, der wunderbare wunderbare Sommer. Den man hätte eigentlich genießen sollen. Er verging. Die meiste Zeit davon waren wir gefangen in einer gewissen Traurigkeit und in unseren Gedanken. Ich hatte mir so fest vorgenommen, dass dieser Sommer uns gehören würde. Aber man kennt das ja, wie es endet, wenn man sich so unbedingt etwas vornimmt...so ist auch diese wunderbare Zeit zerronnen und ich hatte die allermeiste Zeit das Gefühl mir und auch uns selbst im Weg zu stehen.

Im Herbst dann die Entscheidung zur 4. ICSI. Ein Trauerspiel. Die Hoffnung lag auf einer kleinen wundervollen Zelle. Am Ende ein Strich, keine zwei - und der Boden unter den Füßen wieder mal weg. Wieder diese Leere, dieses Zuschauen, wie sich die glitzerbunte Welt einfach weiter dreht ohne uns. Und sie glitzerte in besonders bunten Farben.

Mein Körper funktioniert die ganze Zeit über mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks. Es wäre wohl an der Zeit ihm dafür dankbar zu sein, statt dessen fühle ich mich seltsam verspottet. Als wäre nichts aber auch gar nichts in den vergangenen Monaten passiert. Alles supi, alles fein. Alles fast immer zu seiner Zeit. Erstaunlich.

Der Winter begann mit viel Sonne. Hier veränderte sich einiges. In meinen Gedanken sind jetzt so viele liebe Menschen. Ich muss oft weinen, weil mir viele Dinge so leid tun. Mein Schwesterherz. Mein Neffe. All die Menschen, die dieses Jahr Etwas oder Jemanden verloren haben. Mir tut es leid, dass es für einige Menschinnen nicht gut läuft. Gar nicht gut. In Sachen Kinderwunsch aber auch in Sachen Nestbau. Meine Freundin erlebt kurz vor Weihnachten dieses Unfassbare. Und plötzlich sind meine Gefühle wieder auf Anfang. Und ich bin einfach nur traurig. Über dieses Jahr, das sich für mich so verloren anfühlt. Obwohl ich viel gelernt habe, viel erarbeitet habe und ich ein bisschen stärker geworden bin...es fühlt sich trotzdem so verloren an. Oder bin ich es, die sich verloren fühlt? 

Es wurde Weihnachten, es glitzerte in all den wunderbaren Lichtern überall ein bisschen Melancholie mit. Es war ein wunderbar enspanntes Weihnachten zu zweit. So wie immer. Schön und doch so besonders einsam dieses Jahr. Es war eine Traurigkeit in meinem Herzen, die ich kaum in Worte fassen konnte. Es war nicht der Kinderwunsch und vielleicht auch nicht so sehr die Kinderlosigkeit, es war die Trauer über das Wünschekrümelchen und der Schmerz, den ich an all den wunderbaren Weihnachtszaubertagen in diesem Jahr nicht los geworden bin. Wie gesagt, es hätte anders kommen sollen. Meiner Meinung nach. Aber wer frägt mich schon. Ich kann es wohl immer noch nicht annehmen, was uns da passiert ist merke ich gerade...ich bin noch nicht so weit.

Und jetzt steht das neue Jahr vor der Tür. Ich habe wieder einen dicken Kloß im Hals und wünsche mir, dass ich mit dem Knallen der Glitzersterne dieses Jahr 2015 einfach zuklappen kann. Dass 2016 besser wird. Und ich weiß, dass ich wieder enttäuscht bin, denn so einfach geht das nicht. Ich muss schon Seite für Seite umblättern, bevor wir das Buch zurück ins Regal stellen können. Und so steht ein weiteres Jahr Arbeit vor uns. Vermutlich weit entfernt von dieser Leichtigkeit, die man sich irgendwann so zurückwünscht. Es wird wieder ein Jahr werden in dem wir herausfinden müssen, was wir wollen, wie wir damit leben können und was wir verändern können, dass es für uns am bestmöglichsten wird. Ein Jahr voller Suchen und Herausfinden. Ein Jahr voller finden und bestimmt auch verlieren. 

Auch in diesem Jahr scheint zum Schluss nur die Einsamkeit mit offenen Armen zu warten, das Gefühl irgendwo in all dem Trubel völlig im Abseits zu stehen, zusammen mit diesem großen Verlust im Herzen, der Enttäuschung und der Traurigkeit über all das Geschehene. Wir werden Hand in Hand, Herz an Herz in den Himmel schauen und wie jedes Jahr werden mir Tränen über die Backe kullern, während ER es vermeidet mich dabei anzusehen. Wie jedes Jahr leuchtet die Nacht hoffnungsfroh in bunten Farben. Während irgendwo da draußen die Glocken läuten, stehen wir wie jedes Jahr einfach nur da. Und tief im Herzen ist es bei uns einfach nur still. 

Bleibt am Ende trotzdem die Dankbarkeit über all die lieben Menschen, die mich dieses Jahr begleitet haben. Die ich kennen lernen durfte. Die ich HIER kennen lernen durfte. Die immer an meiner Seite waren, die mich mit all ihren lieben Worten und Mails und Umarmungen getröstet haben und mir ein Stück ihrer Kraft gegeben haben, damit ich wieder lächeln konnte. Die mich immer wieder ermutigt haben, aus meiner Abseitsecke rauszukommen. Die mir immer das Gefühl gaben, es ist ok wie ich bin.

Ich danke euch von ganzem Herzen ♥ und so wünsche ich uns allen ein gutes neues Jahr, das viel Zauber beinhaltet, viel Liebe und viele Hände bereithält, an denen wir uns festhalten können. 







Mittwoch, 23. Dezember 2015

Fröhliche Weihnachten...

Ich wünsche euch...
zauberhafte Weihnachtstage,
schöne Stunden mit eurem Lieblingsmenschen,
ein Kuschelfell oder eine Hand, die ihr festhalten könnt falls ihr euch einsam fühlt,
jede Menge leckeres Essen,
viele Glitzerlichter,
viel Wärme,
noch mehr Liebe,
Plätzchen,
und jemand der an euch denkt...


Merry Christmas ♥



Donnerstag, 17. Dezember 2015

Bittersweet #7

Ein kleines Telefonat. Bittere Tränen einer Frau nahe der 80. Der Telefonanruf, der etwa zwei Mal im Jahr stattfindet. 
Er mittlerweile recht krank, sie nicht mehr ganz rüstig. Jedes Mal die Frage, ob sie mich endlich beglückwünschen darf. Zum Baby natürlich. Heute hab ich ihr gesagt, dass es hier kein Baby geben wird. Und es endete damit, dass sie weinte. Weil sie es versteht. Weil auch sie gerne Kinder gehabt hätte. Weil es damals für sie schwere Jahre waren. Weil sie nicht mal Geschwister hat. Weil sie irgendwann allein sein wird. Und ihr die ganze Kinderlosgeschichte gerade jetzt im Alter noch mal richtig zu schaffen macht. Aber sie hat niemanden mehr mit dem sie darüber reden kann, denn die ganzen Freunde gehen. Einer nach dem Anderen. 

Und plötzlich bin ich so traurig über diese bittere kleine Vorschau. Ich kann ihre Trauer darüber gerade durch die Leitung fühlen. Es tut mir so leid...

Ich hab hier wenigstens Jemanden zum reden. Ich kann hier und jetzt wenigstens schon mal anfangen mit Verarbeiten, wer weiß ob sie das jemals gemacht hat. Wie viele der bittersweeten Momente musste sie erleben in ihrem langen Leben? Es waren bestimmt unfassbar viele :(

Mittwoch, 9. Dezember 2015

"Es ist so schwer. Alles."

"Es ist so schwer. Alles." Die Worte meiner Freundin und ich kann ihr diese Schwere so nachfühlen. 5 kleine Worte die alles sagen. Wir sind nun gemeinsam traurig. Haben diese Gemeinsamkeit, auf die wir beide gern verzichtet hätten. 

Unsere Schmetterlinge sind jetzt zusammen dort im Irgendwo. Wo es bestimmt ganz zauberhaft sein muss. Vermutlich ein ganzer Pünktchenort. Mit großen und kleinen Schmetterlingen. Aber alle sind sie frei. 
Ich stelle mir vor, wie es dort duftet, was für wundervolle Blumen da wachsen. Dort im Schmetterlingshimmel. Stelle mir vor, wie mein kleiner Schmetterling dort angekommen sein muss. Mit großen Augen, weil alles so bunt und klar ist. Weil er dort richtig Aufwind bekommen hat in dieser klaren reinen Luft, wo nur hin und wieder ein Wattebauschwölkchen vorbeischwebt und leise lächelt.

Ich stelle mir vor, wie die großen Schmettlerlinge die neuen kleinen Schmetterlinge begrüßen. Wie sie die kleinen Neuen anstupsen. Ihnen zeigen wie man richtig fliegt. Wie man an einer Blume nippt, ein bisschen Obst vernascht und wie man fangen spielt. Ich stelle mir vor, wie frei sich das alles anfühlt und bin ein kleines bisschen neidisch, dass der kleine Schmetterling uns nicht ein wenig der Unbeschwertheit zurück gelassen hat.

Irgendwie ist es so ein wenig leichter. Mit der Vorstellung, dass es dem Pünktchen woanders viel viel besser geht als hier. Nur so kann ich verstehen, wieso es nicht bleiben wollte. Weil es dort einfach noch so viel schöner ist. Und weil dort noch viel mehr Freunde sind, denen es begegnet. Mein Pünktchen, das sich zum Glitzerschmetterling verwandelt hat, ist nicht allein. Ich bin froh um diese Vorstellungskraft und darum, dass ich langsam beginne an die zauberhaften Farben zu denken. Nicht mehr nur an das große schwarze Nichts, das bei mir zurück geblieben ist. Wir decken es langsam zu, dieses große Loch, mit viel frischer Erde, lassen neue Blumen darauf wachsen und freuen uns, wenn der kleine Schmetterling uns so in unseren Gedanken besucht.

All das "was wäre wenn", all das "du wärst jetzt zwei Monate alt, wenn der Christbaum leuchtet", all das "ich hätte so gern gewusst, wie du gewesen wärst", all das "ich hätte so gern diese eine Chance bekommen, dich erleben zu dürfen" all das "es tut so unheimlich weh, immer noch und immer wieder", alles das versuche ich dort unten zu lassen in der frischen duftenden Erde, die bereit ist so viel Neues wachsen zu lassen. Es ist nicht vergessen aber dort unten gut verpackt.

So ist es in meinen Gedanken, in meiner Vorstellung. Und in echt...? 

Da ist die Erde für das Loch ausgegangen, wir haben uns verschätzt es ist doch ein bisschen größer als gedacht...aber auch Andere müssen ihre Löcher wieder begehbar machen um nicht plötzlich einzubrechen. Es ist viel wert zu wissen, was für Kniffe und Tricks die Anderen haben. Und manchmal hilft es, es einfach anders zu versuchen. Aus einer anderen Perspektive, mit anderen Handgriffen. Und schon wird das Loch ein wenig kleiner...♥ Und wer weiß, vielleicht darf ich irgendwann selber dabei helfen, dass ein Loch ein bisschen kleiner wird, weil über meinem dann bereits eine duftende Blumenwiese wächst.

Sonntag, 6. Dezember 2015

Mein Leben ist schön!

Woche vom 30. November bis 06. Dezember


Lieber Kinderwunsch.

Mit dir ist es wie mit der Liebe. Dieses Lied sei dir gewidmet. Ich habe mir zu oft schon die Finger an dir verbrannt. Du tust mir tatsächlich einfach nicht gut. Nicht im Moment. 
Er hier hat mal wieder die richtigen Worte gefunden. Für dich. So wie du bist. Für das was du mit uns machst. Wenn wir wieder mitten drin sind auf der Kinderwunschreise. Wenn wir uns wieder und wieder vergessen. Wenn wieder alles verrückt spielt. Wenn das Herz wieder entscheidet, wo der Verstand längst warnend in der Ecke steht. Je länger und verzweifelter du diesen Weg mit uns gehst, desto mehr fühlt es sich genau so an wie in diesem Lied...

Delirium - Andreas Bourani
(Ähnlich wie beim letzten Video...gesperrt...daher hier der Link.)



Ich bin unglaublich dankbar für so viele schöne Musik. Dafür, darüber weinen zu können und dafür mir den Schmerz laut von der Seele singen zu dürfen. Es tut einfach nur gut im Moment. Fast so wie in den Boxsack treten, der mittlerweile in unserem Keller hängt. Und ihr Lieben ist es nicht so, wenn man irgend eine Art Schmerz spürt - es gibt immer einen, der den richtigen Song genau für dich findet. Dieses Jahr hat einer fast ein ganzes Album für mich geschrieben ;) 


Dienstag, 1. Dezember 2015

Und wieder steht die Welt still.

Meine beste Freundin verliert gerade ihr Baby. Sie war bereits in der 11. Woche. Ich versteh die Welt nicht mehr. Was ist nur los? Und wann geht dieses schreckliche schreckliche Jahr endlich vorbei. 

Es ist einfach so unfassbar traurig.

Dienstag, 24. November 2015

Erstes Winterschnuppern

Ich nehme euch mit vor unsere Haustüre, zeige euch, was ich heute durch die Linse entdecken durfte. Wenn es da draußen so ist, freue ich mich wie ein kleines Kind. Jedes Mal wieder. Wenn an den Bäumen magische Schneekristalle kleben, wenn die Luft so klar ist, wenn die Zauberkristalle leise rieseln, wenn du sie berührst, wenn es unter den Füßen knirscht...














In diesem Sinne eisige - aber herzliche Grüße an euch Eisprinzessinen und Eisprinzen da draußen. Wärmt euch schon auf, zündet ein paar Kerzchen an und kuschelt euch eng aneinander. Ich wünsche mir, dass der Zauber dieses Tages noch eine ganze Weile anhält... 


Montag, 23. November 2015

MakroMontag

Ein letztes Mal dieses Jahr - der MakroMontag bei Britta
Danke liebe Britta für so viele tolle Fotos dieses Jahr - ich freue mich schon auf´s neue Jahr!



Habt eine schöne Woche!







Mein Leben ist schön!

Woche vom 16. bis 22. November


Donnerstag, 19. November 2015

Auf der Suche

nach dem was ich gerade bin. Zwischen Gelassenheit und Kälte. Zwischen eigentlich-zur-Zeit-ganz-cool und Eisprinzessin.

Und ja es wird mal wieder ein vermutlich unschöner Wünsch-dir-was Post. Also wer lieber nichts unschönes lesen möchte dem empfehle ich nebenbei Schöneres. Zum Beispiel den Blog von Frau Glitzerbunt. Der ist nämlich ganz neu und zufällig der Blog meiner Lieblingsnähkünstlerin. 

So. Also.

Was meine momentane Stimmung angeht so bin ich gerade - ich weiß eigentlich gar nicht so recht was ich gerade bin... Das liegt daran, dass wir seit einiger Zeit das Kinderwunschthema aus unserer Beziehung verbannt haben. Bedeutet, wir leben ganz stinknormal. Mit allen Höhen und Tiefen. Die Tiefen sind nun leider nicht mehr mit Hormonen zu entschuldigen. Das waren noch Zeiten. Da hat man die Tiefen mit einem zuckersüßen Bambiaugenlächeln und dem Herausstrecken des Hormonbäuchleins wieder in den Griff bekommen. Jetzt sind sie einfach nur bescheiden, weil doch - allermeistens ich  - so bin wie ich bin. Normal. Nicht hormongesteuert. Aber auch nicht die Alte. Irgendwas dazwischen. Jemand, den ich selber nicht immer verstehe, geschweige denn der Lieblingsmann.

Beim Arbeiten läuft auch alles wie immer. So wie es bitterlicherweise die nächsten 31 Jahre laufen wird. Irgendwer muss halt arbeiten. Können ja nicht alle einfach so im Mutterschutz verschwinden und am Ende vielleicht gar nie mehr wieder kommen, weil sie unter Umständen einen viel tolleren Job gefunden haben, der sich mit Kind und Mann und Haus, Hund und Omma noch viel besser vereinbaren lässt. 

Ja na klar! Mensch ich könnte mir ja jetzt auch einen anderen Job suchen. Momentan hab ich keine Kinderwunschausrede mehr. Vielleicht mach ich das ja tatsächlich. Wenn ich mal irgendwann auch endlich soweit bin...in der Zwischenzeit ärgere ich mich lieber noch ein bisschen über dies und das...

So kommt es zum Beispiel vor, dass mich der graue Haaransatz meiner Kollegin fuchsteufels wild macht. Allein aus dem Grund, weil sie es mit ihren zwei Kindern so stressig hat. Und weil es dadurch ja soooo stressig und doof ist am Wochenende arbeiten zu können. Tja. Dumm gelaufen. Wir Deppen die immer da sind, müssen auch jedes zweite Wochenende ran - aber das ist ja auch nicht schlimm, denn wir haben ja keine Familie. Zurück zum Haaransatz. Ey - ich krieg es auch gebacken und wenn ich mir die Farbe nachts auf die Haare schmiere...aber ich verstehe das eben einfach nicht nehme ich an, weil das ja bei ihr ganz anders läuft. Sogar nachts vermute ich. Wegen der Kinder, wegen dem Mann der vielleicht neue Kinder will oder was weiß ich. Kann ich nämlich nicht wissen, bei mir ist das doch alles ganz anders. (Gott sei Lob und Dank) Dabei ist es eigentlich egal, wie selbige Kollegin durchs Leben schlurft, aber es regt mich auf, wenn jemand seinen Stress so offensichtlich durch die Gegend trägt und dann auch noch unschuldige Menschinnen dumm anmacht, weil sie, ach du grüne Neune, bestimmt aus reinem Egoismus keine Familie haben.

Kalt lässt mich irgendwie auch die nächste Schwangere im Team. War klar. Wer schon zwei hat, bekommt auch noch n drittes. Warum auch nicht. Schwanger - akzeptiert. Ich bin es einfach leid mich zu freuen. Also für alles und Jeden. Bin nur gespannt, wer jetzt den Nachtdienst arbeiten darf. Bis jetzt hab ich ja noch Glück...aber wer weiß wie lang mich meine Chefin da noch durchboxen kann. Garantiert nicht noch durch weitere Schwangerschaftsausfälle. 

Ich erfreue mich über sämtliche Bosheiten meiner Kollegen und denke mir zufrieden: Yes - ich bin nicht die einzig Kaputte. Meine Trauer all die Wut - momentan eher eine Art Gleichgültigkeit. Was bleibt auch anderes übrig. Wir haben dieses Jahr unser Fett abbekommen, da muss ich mir nicht noch selber weh tun, in dem ich allem nachsinne, was hätte sein können...was hätte werden können...warum nicht wir Mama und Papa sein dürfen...
Es ist mir egal ob im Netz oder draußen in der Welt offiziell die zweite oder dritte Runde eingeläutet wird. Das ist der Lauf der Zeit. Der Lauf bei dem WIR eben nicht mithalten können. Es fühlt sich nur komisch an, wenn dir so langsam aber sicher bewusst wird, dass du nicht mehr mitdriftest. Dass du langsam anhältst oder innehältst. Weder richtig mitfieberst noch gewissenhaft deinen altbekannten Weg gehst. Es fühlt sich komisch an, wenn du das Gefühl hast wie ein Außerirdischer durch die Gegend zu stolpern, weil es tatsächlich nur noch wenige Menschinnen gibt, die wissen wie sich DAS hier alles anfühlt. 
Auf dem guten alten Weg wusstest du von so vielen, ach jaaaaaaaaa...die verstehen mich. Die wissen was ich meine. Die machen gerade das Gleiche durch. Du warst irgendwie so 'gemeinsam'. Das wird jetzt weniger. Selbst die, die sich noch so gut an die Enttäuschungen und an die schweren Situationen erinnern, können irgendwann hier bald nicht mehr mitfühlen. Auch wenn sie es möchten. Weil für sie zum großen Glück vor der Station 'für immer kinderlos' Schluss war. Und die, die gerade das Gleiche durchmachen schreiben nicht darüber. Oder ich finde sie irgendwie nicht. Oder sie tauchen erst wieder auf, wenn sie sich ihres neuen Weges sicher sind. 

Leider bleibt bei all der Gleichgültigkeit das Glücksgefühl eher aus. Vielleicht fühle ich mich etwas ruhiger, zeitweise gelassener. Und doch ist und bleibt ein komisches Gefühl, wenn du manchmal innerlich so kalt bist, dass du vor dir selber erschrickst. Wenn alles so an dir abprallt. Wenn du allem so ein bisschen zuschaust. Von innen, durch die Scheibe. Wenn du über manches mitleidig lächeln musst, über manches leise den Kopf schüttelst, über manches einfach hinweg siehst. Ich schaue meistens doch zu, aber möchte nur wenig hören. Und bei Bedarf zieh ich einfach den Vorhang zu. Bestimmt eine weitere normale Reaktion in Sachen Verarbeitung...eine Phase...und ja sicher, es ist noch alles zu früh. Braucht noch mehr Zeit. Muss noch heilen. Alles normal. Sei nicht so streng mit dir. Es geht vorbei. Es wird besser. Oder so was in der Art.

Desweiteren muss ich fest an mir arbeiten, dass ich bei all meiner Coolness, Anderen gegenüber nicht ungerecht werde. Das ist ein ziemlich harter Brocken, der mir im Weg liegt. Einer um den du nicht so einfach drum rum laufen kannst. Da reißt man sich gern mal das Schienbein am herausstehenden Felsen auf. Weil ungerechte Gemeinheiten unglücklich machen. Hinterher. Wenn man dann bemerkt was eigentlich gerade in einem vorgeht. Hässliche Gedanken mit einem eisigen Lächeln auf den Lippen. Jaaaaa ich sagte doch - nicht schön... Es geht schon in Richtung Verbitterung. Und wenn ich mir an dieser Stelle doch noch etwas wünschen darf: ich möchte ungern als verbitterte kinderlose enden. Vor der sich jeder in Acht nimmt, weil sie vermutlich kleine Kinder mit Lebkuchen und pinken Zuckerstangen an ihr Häuschen lockt um sie dann im Ofen knusprig zu braten.

Ja und bedauerlicherweise geht vor lauter "Selbstmitleid" so viel Herz verloren. Und ich liebe Herz. Und ich liebe Sanftheit und ich liebe Wärme. Und wisst ihr was? Ich kämpfe darum, dass ein bisschen Wärme zu mir zurück kommt. Auch wenn ich dabei vermutlich noch oft mein Krönchen richten muss. 

Herzwärme ist so unglaublich wichtig in Zeiten wie sie gerade da draußen in der Welt toben. Herzwärme ist so wichtig für Menschen und Menschinnen, die es gerade in meinem Umkreis so sehr brauchen. Ich möchte bitte nicht erfrieren und ich möchte auch nicht, dass mich der Sturm wegfegt. Ich halte fest dagegen. Versprochen.

Dienstag, 17. November 2015

Es geht vorbei.





Leider kann ich das Originalvideo hier nicht posten, daher gibt es heute bei meinen Lyrics nur den Link (siehe oben) dazu, ich hoffe der funktioniert wenigstens...



Wenn das Leben grad zu allem schweigt,
dir noch eine Antwort schuldig bleibt,
dir nichts andres zuzurufen scheint als Nein
es geht vorbei.

Wenn der Sinn von allem sich nicht zeigt,
sich tarnt bis zur Unkenntlichkeit,
wenn etwas hilft mit Sicherheit, dann Zeit
es geht vorbei, es geht vorbei.

Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
es ist ok wenn du fällst
auch wenn alles zerbricht
geht es weiter für dich.

Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
auch wenn dich gar nichts mehr hält
du brauchst nur weiter zu geh'n
komm nicht auf Scherben zum steh'n.

Wenn die Angst dich in die Enge treibt,
es fürs Gegenhalten nicht mehr reicht,
du es einfach grad nicht besser weißt
dann bleib
es geht vorbei.

Wenn jeder Tag dem Andern gleicht,
und dein Feuer der Gewohnheit weicht,
wenn Lieben grade kämpfen heißt
dann bleib
es geht vorbei, es geht vorbei.

Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
es ist ok wenn du fällst
auch wenn alles zerbricht,
geht es weiter für dich

Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
auch wenn dich gar nichts mehr hält
du brauchst nur weiter zu geh'n
du brauchst nur weiter zu geh'n


Passender geht eigentlich nicht.

Montag, 9. November 2015

MakroMontag

Hier noch ein Makro von dem süßen Geschenk von der lieben Nadia



Nicht ich hab der Erika einen Stängel geklaut, nein der Kater hat es abgefressen...;)


Ja gut...gab ein schönes Foto...

Habt eine schöne neue Woche und merkt euch: von Erika müssen Katzen kotzen...mhm...

MakroMontag bei Britta!

Mein Leben ist schön!

Woche vom 02. bis 08. November


Donnerstag, 5. November 2015

Bittersweet #6

Und ich sag euch gleich...die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit.

Er und sie. Seit so vielen Jahren verheiratet. Keine Kinder. Irgendwo eine Nichte...
Sie backt Kuchen für ihn. Der Kuchen verbrennt im Ofen. Beide kommen ins Krankenhaus. Rauchgasvergiftung. Er stirbt wenige Tage später auf der Intensivstation. (Nein nicht nur deswegen...aber vermutlich hat ihm die Rauchgasvergiftung den Rest gegeben...)

Jetzt bleibt sie übrig...ihre Nichte wird sie mitnehmen. Vorerst. Bevor sie in einem Heim leben wird. Ohne ihn. 

Ich liege Abends im Bett und schwöre dem Lieblingsmann, dass wir im Alter unseren Kuchen und unser Brot IMMER kaufen werden...

Wie arm ist das denn bitte...sie tut mir echt so leid :( 

Mehr bitter als sweet...

Montag, 2. November 2015

MakroMontag

Heute zum MakroMontag ein kleines Mitbringsel von unserem gestrigen Herbstspaziergang.






Ich verlinke meine Fotos zu Britta und zum dortigen MakroMontag ♥
Habt eine schöne herbstliche Novemberwoche! Und lasst euch nicht stressen...










Samstag, 31. Oktober 2015

Aus Enttäuschung wird wieder Wut...repeat...and repeat...and repeat...

Was ist das nur? Wir halten uns an den Händen aber können die Balance nur schwer halten. Er ist so viel lockerer als ich. Er sagt: ok - jetzt machen wir erst mal gar nichts. Dann sehen wir weiter. Punkt. 
Das macht mich je nach Tagesverfassung rasend. 'Dann sehen wir weiter' kann so in etwa alles und nichts heißen. 
Ich weiß nicht mehr worauf ich mich einstellen muss. Ich hätte verdammt noch mal so gern einen Plan. Etwas klares. Etwas echt greifbares. Womit ich etwas anfangen kann. 
Was soll ich weiter sehen. Auf ein weiteres Negativ? Auf ein weiteres Loch? Auf eine weitere wieder so unbestimmte Zeit in der weder ein entspannter Urlaub und ein Abschalten möglich ist? Mein Mut und der Glaube an etwas, das für uns sind wir mal ehrlich, in nahezu unerreichbare Weite gerückt ist, sind gänzlich hinüber. Wen wundert´s. 

Die vergangenen zwei Jahre, hab ich immer wieder über den Abgrund geschielt. Bin doch immer wieder zurück gelaufen. Wieder auf einem anderen Weg. Aber immer irgendwie in die gleiche Richtung: Abgrund. Andere Wegweiser scheint es auf unserer Strecke nicht zu geben. Einmal bin ich sogar mal runtergefallen. Wer mich wieder an den Anfang der Strecke gestellt hat, kann ich gar nicht genau sagen. Vermutlich war es die Hoffnung. Oder vielleicht auch die Verzweiflung. Ich verwechsle die beiden immer. Könnte aber auch die Angst gewesen sein. Die Angst, vor dem großen FÜR IMMER. 
IMMER - das große Wort. FÜR IMMER ohne Kinder. Was daran macht so Angst? Für IHN habe ich mich doch auch FÜR IMMER entschieden und es war gar nicht schlimm.  

Der Lieblingsmann kann FÜR IMMER gerade nicht stehen lassen. Für ihn ist das Thema nicht durch. Er sagt nur: wir wissen beide nicht was uns das Leben bringt. Wir wissen beide nicht wie wir in einem halben Jahr fühlen. Und widerwillig gebe ich ihm recht. Das weiß keiner. 
Er sagt schon auch, dass er darüber nachdenkt, dass es vielleicht auch besser ist einfach alles so zu lassen wie es ist. Dass wir das alles vielleicht nicht nochmal durchmachen wollen und auch können. Dass wir einfach dieses Glück nicht haben. Und trotzdem will er sich nicht festlegen. Er kann mir eben einfach keine Antwort geben auf die simple Frage: Was machen wir denn jetzt...

Ich denke bloß, sehen die Anderen das denn nicht, dass der ganze Zustand all das was dazu gehört irgendwann mal aufhören muss? Die ständigen Spritzen, Pflaster, Pillen, Gels, Pülverchen, Kügelchen, Tränen, Reibereien. Der ständige Wecker auf dem Handy: oh es ist Zeit für den Picks. Oh jetzt die Tablette. Oh heute wieder Termin. Die Blutungen hinterher. Ich blute im übrigen heute den 10. Tag so vor mich hin. Klar ist ja völlig normal, weil ja wieder mal alles durcheinander ist...ja und wie! Und ich bin echt sauer deswegen. Weil wieder mal alles durcheinander ist. Hier zuhause, in meinem Körper...überall. Und wieder schlägt die Trauer in so eine unglaubliche Wut um.

Natürlich weiß ich leider genauso gut, dass sich Entscheidungen ändern können. Sie haben sich bisher in unserer Geschichte immer geändert. Man kann felsenfest von etwas überzeugt sein - und am Ende wirft man doch alles über den Haufen. Hoffnung? Verzweiflung? Angst? 

Und doch will ich ihn von Herzen sein Tempo gehen lassen. Er lässt mich doch auch. Und ich bin ihm jeden Tag so dankbar dafür, dass er das alles erträgt, mich aushält, mit mir redet, mich festhält, meine Tränen trocknet. Sollte ich da nicht einfach seine Meinung so stehen lassen? Sollte ich vielleicht meine ganze Kontrolle und Planung über Bord werfen und versuchen loszulassen? Spontan sein? (Wie ich dieses Wort allein schon hasse) Mir die Situation zugestehen, dass der Wunsch für unser Baby einfach mit uns geht? Vielleicht geht er nicht weg, aber vielleicht kann er irgendwann nicht mehr mit uns mithalten, weil wir eben doch einen Schritt schneller gehen. Weil wir doch irgendwann sagen können - hey es war eine aufregende Zeit mit dir, aber jetzt such dir ein anderes Opfer, wir haben unser gemeinsames Baby im Herzen und den Weg, den wir bis hier her miteinander gegangen sind ebenfalls...
Um nichts auf der Welt will ich ihm und uns im Weg stehen. Zu gern würde ich ein wenig von seiner Art haben wollen. Seine Ruhe. Seine Hoffnung. Nur ein klitzekleines bisschen so wie er...und ich hätte vielleicht nicht so große Angst vor dem was kommt. Ich will uns nicht im Weg stehen...mit einer Entscheidung, die ich vielleicht treffen würde. Für mich. Und genau das ist mein Problem. Das zwangsläufig zu unserem wird...

Die Angst egal wie du entscheidest - es könnte falsch sein. Und wir könnten es irgendwann bereuen. Den Abschied...oder einen weiteren Versuch. Die Entscheidung, die dir niemand abnimmt, bei der dir niemand helfen kann. Die Hilflosigkeit, das verloren sein, das zerrissen sein, das ist so ziemlich das Gemeinste - nebst Trauer und bitterer Enttäuschung, was uns auf unserem Weg begleitet...all das wird uns noch die nächsten Wochen und Monate immer wieder neu herausfordern und belasten...

Prima. Läuft wieder. Wie immer würde ich sagen. 




Montag, 26. Oktober 2015

Wieder mal Stille.

Leere. Wie Ohrensausen, kurz bevor man in Ohnmacht fällt. Es war alles umsonst. All die Mühen, die Schmerzen, die Gedanken, die Sorgen, der Mut, die Hoffnung, der dafür aufgegebene Urlaub...alles umsonst. Wir stehen wieder mit leeren Händen da. Sind wieder kaputt, ausgelaugt und traurig. Wie schon die vielen Male zuvor in unserer gemeinsamen Zeit. Wir sind seit 8 Jahren zusammen. Wir gehen seit nun mehr fast 6 Jahren diesen Weg miteinander. Somit verbrachten wir die meiste Zeit unserer wundervollen Beziehung mit selbst heraufbeschworenen Sorgen. Die einzig sorgenfreie und wunderbar aufregendste Zeit waren unsere Flitterwochen. Klischeehafte zwei perfekte Wochen lang Liebe und Leben pur. Fabelhaft. Und unser so turbolentes erstes Jahr. So turbolent, dass ich fast ein Buch darüber schreiben könnte. (Keine Angst, das mache ich bestimmt nicht)

Jetzt sitzen wir da in unserer Stille. Haben den Halt unter den Füßen verloren. Wir verbringen die meiste Zeit in der wir zusammen sind ganz normal. Es muss ja auch weiter gehen. Wir lächeln uns gegenseitig Mut zu. Erfinden unser Leben neu in dem wir uns jeden Tag unzählig viele positive Dinge sagen, die unser Leben ohne Kind jetzt bereichern sollen. Es fühlt sich an, als würden wir das alles weglächeln. Alles was war wegwünschen. Und dann reicht ein Blick in seine Augen und es braucht keine Worte für die unendliche Traurigkeit und Enttäuschung. Es fühlt sich alles so verzweifelt an. Obwohl wir beide wussten, dass es genau so enden kann. Sehr wahrscheinlich sogar. Von Anfang an...wir sind praktisch mit offenen Augen in dieses Schlamassel gerannt. Ich habe immer daran geglaubt, dass wir es schaffen könnten. Künstliche Befruchtung, wozu gibt es die Hilfe denn? Na klar schaffen wir das...mit all unseren Befunden im Kopf...na klar schaffen wir das.

Es ist ein bisschen wie Liebeskummer. Wenn sich deine Magengrube taub anfühlt. Wenn du weder richtig essen noch trinken magst. Weil dir schlecht ist vor lauter Leere in deinem Herzen. Dir wird schwindelig wenn du aus dem Bett aufstehst, weil du am liebsten liegen bleiben möchtest in deinem zerknüllten Bett. Zerknüllt ist auch genau das richtige Wort für dein Herz. Dein Lachen ist irgendwo auf der Strecke geblieben, es reicht allenfalls für ein schwaches Lächeln. 
Es ist wie diese Art Hoffnungskummer, du weißt genau, dass es nicht funktioniert und doch hoffst du so sehr auf eine zweite Chance. Du weißt, dass es dich wieder unfassbar verletzten wird. Weil es das immer getan hat. Es wird sich nicht ändern. Und doch willst du genau nur das. Damit du dich wenigstens ein paar Tage glücklich und voller Energie fühlen kannst. Aber - was für ein riesen Trugschluss. Entweder du ziehst einen Schlussstrich, oder du leidest weiter für eine schrecklich ungewiss lange Zeit und weinst diesem einen Typen, den du in deinen Gedanken so vollkommen machst hinterher. Genauso vollkommen stellt man sich doch auch das Leben mit Baby vor. Genau so. Warum? Weil es dir bei Anderen so vollkommen vorkommt. Weil es dir so oft für vollkommen verkauft wird. Und schon lebst du in deiner Traumwelt und bastelst dir dein vollkommenes Baby zurecht. Immer und immer wieder. Irgendwann ist es in deinen Träumen so vollkommen, dass sich die Realität so grausam anfühlt, dass du zu deinem Herzschmerz beinahe körperliche Schmerzen erleidest. So ist das. Wie in der Liebe mit dem Typen. So in etwa ist das doch mit dem Kinderwunsch... 

Und jetzt?

Fangen wir von vorn an. Sortieren alles. Müssen wieder unendlich viel miteinander reden. Der ganze Seelenmüll... Es ist seit Jahren immer das Gleiche. Du kaust immer und immer wieder deine Situation bis zu Letzten durch. Um jedesmal auf ein anderes Ergebnis zu kommen. Um jedes Mal deine im Kopf zurechtgelegten Pläne zu verwerfen, weil du verdrängst, dass das Leben immer anders plant als dein Kopf. Und dass zu der Geschichte immer zwei gehören. Weil du oft vergisst, dass dein Partner sich auch einen Plan im Kopf zurechtgelegt hat und diese beiden Pläne haben oft kein gemeinsames Ende. Aber wenn die Pläne plötzlich doch ein gemeinsames Ende haben, eines dass zu erwarten war, dann wirst du dich zu Tode erschrecken. Im Moment prasselt alles auf uns ein. Das Ende, die Hintertür, Adoption, eben alles was der Geist zu bieten hat. Alles wird neu betrachtet und neu geordnet, wieder auf Eis gelegt...unsere Geschichte will einfach keine Form annehmen. Die einzige Form die ich darin erkennen kann, und darüber muss ich selber traurig lächeln, ist ein Hauch verrückte Verzweiflung. Die Zeit verrinnt weiter nur wir, wir harren irgendwo gefangen darin aus. Schaffen es nur in mühevoller Schwerstarbeit einen gemeinsamen Punkt zu finden, der bisher schon immer auf sehr wackeligen Beinen stand. Es ist schlicht und ergreifend zum K.....

Und so drehst du dich immerfort im Kreis ohne auch nur einen Schritt nach vorne zu kommen. Oder sind wir bereits einen Schritt weiter? Weil wir den Mut haben es auszusprechen? Oder gehen wir einen Schritt zurück, weil wir es zwar aussprechen aber beide den selben Gedanken haben, dass alles in ein oder zwei Jahren anders aussehen kann? Oder ist es nur die Enttäuschung, die sich da im Moment zu Wort meldet und nicht wir (wir wissen schließlich beide auch, dass ich in ein oder zwei Jahren so gut wie 40 bin und unsere Reserven mehr als aufgebraucht sind)? Ist es okay zu sagen, wer weiß was uns das Leben bringt? Sich diese Schwäche einzugestehen, dass man jetzt eine gewisse Ruhe zulässt, dass man mal endlich wieder zu leben anfängt... mit dem Gedanken, dass man sich noch für eine kleine Weile alles offen lässt? Ist es nicht vielleicht so, dass man dann in ein oder zwei Jahren eben nicht mehr dort weitermachen will wo das Herz in tausend Stücke zersprungen ist? Sondern sich vielleicht ganz freiwillig und ganz ohne Schmerz und ganz bewusst mit einem klaren Ja für ein Leben OHNE Kinder entscheidet? 

Ich weiß es nicht. Alles was ich weiß ist was mir hier und heute bleibt. Ein Rezept mit Beruhigungsmittel. Bei Bedarf ein schneller Termin mit einer Therapeutin, der Lieblingsmann eine kranke und eine verrückte Katze. Was will man mehr. Reicht für den Augenblick völlig aus.

Und hier an dieser Stelle möchte ich mich für die lieben Worte und Mails zu meinem letzten Post bedanken. Ich bin so dankbar dafür, dass so viele an meiner Seite stehen, denen es genau so geht. Ich bin dankbar dafür, dass ihr eure Geschichten mit mir teilt. So so so dankbar.






Mein Leben ist schön!

Woche vom 19. bis 25. September


Mittwoch, 21. Oktober 2015

Vom Anfang bis zum Ende.

ICSI Nr. 4. 
Oder vier lange Wochen...

Nach vielen Diskussionen, nach vielen Tränen, nach vielem Nachdenken, nach einiger Zeit also haben wir uns entschlossen noch ein Mal (herrje wie oft hab ich das eigentlich schon gesagt?)diesen Weg zu gehen. Es fühlt sich nach all den vielen "letzten Malen" gerade zu lächerlich an, ehrlich gesagt. Aber hey - Herz, Kopf, Bauch irgendeiner wollte und konnte nicht los lassen. Diese liebevoll gemeinten: "Wir-sind-schon-einen-Schritt-weiter und "jetzt-wissen-wir-endlich-dass-sie-schwanger-werden-können" Versuche, das Gesamtpaket an Gefühl und letzter Hoffnung, das alles trug wohl dazu bei, dass wir das alles nicht aufgeben wollten. Nicht einfach so. Weder ich noch der Lieblingsmann. 

Die restlichen Urlaubstage kamen mir diesmal gerade recht, Rezepte und Behandlungsplan flatterten ins Haus.

Am 3. Zyklustag ging es los mit den verhassten Spritzen. Nein hier gilt nicht je öfter du das machst, desto besser läuft der ganze Mist. Nein. Nicht hier bei mir. Ich bin vielleicht im eigenen Badezimmer mittlerweile Ampullenaufziehprofi unter erschwerten Bedingungen, weil ich die Katzen aussperren muss, denn die finden das crazy, da es überall raschelt und es so tolle Plastikteilchen gibt die man fangen kann. Aber die Spritzerei...ist und bleibt Mist. 
Nach drei Tagen spritzen war mir schlecht. Ich hatte den ganzen Tag eine latente Übelkeit. Und Kopfschmerzen. Ich habe äußerst selten Kopfschmerzen. Eigentlich nie. Ab dem 6. Zyklustag eigentlich täglich. Mein Ultraschall am 9. Zyklustag war wie zu erwarten ohne Ergebnis. Kleine Eier. Nicht viele. Von da an begann es zu ziehen. Neben Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall eben auch noch Bauchschmerzen. Man kennt das ja. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass ich letztes Mal (unter übrigens den genau gleichen Medikamenten) genau solche Nebenwirkungen hatte. Aber: Unsere Körper sind keine Maschinen. Vermutlich ist es eben jedes Mal anders.

Am 12. Zyklustag dann der zweite Ultraschall. Wir trauen unseren Ohren nicht als der liebe Herr Doktor meinen linken Eierstock schallt. Da ist wohl eher wenig zu sehen. Ein paar. Klitzeklein. Also nichts eigentlich. Rechts dann ganze drei. Punkt. Mehr ist nicht drin. Einmal tief ein- und ausgeatmet, den aufkommenden Kloß runtergeschluckt, gelächelt und gesagt: ja - immerhin.
Wir verbringen den restlichen Tag in der Stadt, denn wir haben beide frei. Nach dem ich etwa 30 Klöße runtergeschluckt hatte, rollten dann auch mitten im Café die Tränen. So eine Scheiße aber auch. Ich werde wohl alt. Ich fühle mich wie eine ausgemergelte Ziege. Mehr ist wohl nicht mehr drin, es hat mir aber auch niemand gesagt, dass mein Eizellendepot wohl langsam zu Ende geht?!

Der Ultraschall am 14. Zyklustag ist noch immer ernüchternd. Es sind eben einfach nur drei. Vielleicht vier, weil sich noch eins versteckt. Auf der trägen linken Seite ist gerade mal eines gewachsen. Viel zu klein. Bereits auf dem Stuhl musste ich das erste mal weinen. Und als der Dok uns sagte, wir können überlegen ob wir hier abbrechen wollen oder weitermachen wollen, bricht für mich das mühevoll aufgebaute Kartenhaus erst mal mit einem riesen Rums zusammen. Auch er kann uns keinen Rat geben. Immerhin hatte ich die gleiche Dosis unter der ich bei der letzten ICSI wenigstens 11 Eizellen "produziert" hatte. Dennoch kann es sein, sagt er, wenn wir erneut stimulieren, dass das gleiche Ergebnis wieder kommt. Oder es sind mehr, aber dafür wieder viele schlechte. Oder aber wir stimulieren neu und das Ergebnis ist trotzdem negativ. Oder ich bin dann wieder überstimmuliert. Oder wir ziehen das jetzt durch und es entwickelt sich wenn wir Pech haben keins weiter. Oder der Test ist sowieso negativ. Oder aber wir haben Glück. Oder aber wir hätten beim nächsten Mal mehr Glück. Jetzt war ich endlich bereit, diesen Schritt nochmal zu wagen. Warten würde bedeuten, dass sich alles wieder zieht. Noch mehr Hormone. Noch mehr Psyche kaputt.

Wir verlassen die Praxis mit dem Termin für die Punktion und dem Rezept für die Auslösespritzen. Die komplette Autofahrt nach Hause bin ich in Tränen aufgelöst und wir versuchen eine Entscheidung zu treffen. Egal welche wir treffen, egal wie wir es wenden und drehen, es wird vermutlich immer die Falsche sein.
Wir entschieden uns letztendlich den Versuch einfach zu Ende zu bringen. Vollgepumpt mit Hormonen bin ich sowieso schon und vielleicht ist bei den wenigen Eizellen diesmal einfach die Richtige dabei. 

Am Tag vor der Punktion hat der Lieblingsmann Migräne. Ich mache mir große Sorgen um ihn und natürlich auch um den Termin. Was wenn er nicht fit ist... Ich und meine lausige Ausbeute brauchen ihn schließlich. Ich versuche mir die Panik nicht anmerken zu lassen, was mir wie immer schlecht gelingt. Damit setze ich ihn noch mehr unter Druck. Und es tut mir wie immer so leid.

Am 16. Zyklustag dann die Punktion. 4 Eizellen. Die Ärztin und die Schwester von der Anästhesie sind so unglaublich lieb zu mir, dass ich sie gern fragen würde ob sie mich nicht einfach den restlichen Tag (oder gleich die nächsten zwei Wochen) fest schlafen lassen...Frau Doktor streichelt mir beruhigend über die Schultern und von meinen Augen verschwimmt schon der Eizellenpunktator. Diesmal hatte ich keine Angst einzuschlafen, im Gegenteil. Ich konnte es kaum erwarten. Ich finde den Gedanken etwas erschreckend ehrlich gesagt. Uhuuuuu die fährt auf Propofol ab...Aber bestimmt war es nur in diesem einen Moment so. Weil ich stundenlang vorher wieder so gemein aufgeregt war.

Und so warten wir 35 gespritzte Ampullen und 23 Pickse später und mit neuen Medikamenten in der Tasche auf den Anruf vom Labor. Mit wie immer blanken Nerven und ordentlichen Bauchschmerzen. Ja auch 4 Eizellen können irgendwie echt weh tun...Der Anruf kommt und wir erhalten tatsächlich die gute Nachricht, dass wir zum Transfer kommen dürfen. Somit verbringe ich die Geburtstagsfeier von meinem Papa recht streßfrei und keiner merkt was.  

Pünktlich am zweiten Tag nach der Punktion dann der übliche dicke Spannungsbauch. Ich trinke literweise und kann gar nicht glauben, dass die Wampe aufgrund der kleinen Ausbeute doch so mächtig anschwillt.

Am Morgen des 05. Oktober (wir kommen zum ersten Mal in unserer Kinderwunschgeschichte zu spät, wir stehen über eine halbe Stunde im Stau etwa 10 Minuten vor dem Ziel...) bekommen wir nun also ein kleines Zellchen zurück. Ein tolles wie der Doktor sagt. Was ist mit den anderen Zellchen passiert? Nun ja...sie haben es nicht geschafft. Zwei waren nicht intakt und eines, das wollte einfach nicht. Bleibt alle Hoffnung auf der kleinen Kämpferzelle.
Zum Transfer darf ich dank Propofol wieder schlafen, weil das bei mir immer recht schmerzhaft ist, wegen des Knicks, den meine Gebärmutter macht. Auch dieses Mal finde ich es eigentlich nicht schlimm. Es hat was, wenn du weißt, dass deine ganze Aufregung und deine ganze verdammte Angst für eine halbe Stunde einfach wie weggeblasen ist...vermutlich schnappt sich jeder Kurzschlaf eine oder mehrere Gehirnzellen noch mit dazu. Der Lieblingsmann sagt, ich bin nur so vergesslich wegen der ganzen Narkosen in meinem Leben. Waren ja nur etwa 12 in 5 Jahren :/

Ich verbringe schlaflose Nächte und habe ständiges Bauchseitenstechen. Alles drückt, Blase, Gebärmutter, jedes Hinsetzen, jeder Toilettengang. Essen kann ich nicht viel, weil ich etwa nach drei Bissen Völlegefühl habe. Aus Erfahrung ändert sich das aber bald wieder und dürfte in einer Woche dann vorbei sein. Also ist das auszuhalten. 

An Tag 3 nach dem Transfer spannt mein kleiner Wünschebauch so sehr, dass ich zeitweise ein bisschen Angst bekomme, nicht genug einatmen zu können. Kennt das jemand? Wenn du denkst du musst ja besonders tief einatmen und dann geht das nicht so wie du willst??? Jahaaaaaaaaa da kann man sich auch herrlich hineinsteigern und verrückt machen...An dem Tag jedenfalls griff ich zum verhassten Eiweißshake. 

Etwa eine Woche nach dem Transfer habe ich eine Auswahl an Symptomen. Mein Körper, meine Psyche alle machen mit, hauen richtig auf die Kacke, damit ich voll auf meine Kosten komme. Ich leide unter Appetitlosigkeit, verspüre Übelkeit aber natürlich nicht morgens. Möchte mitten in der Nacht nichts lieber als Karottensalat, den es natürlich nirgendwo gibt, nur lausige Essiggurken, die nicht mal knacken beim abbeißen. Der Spleen mit dem Karottensalat hält übrigens ganze 24h und ist dann auch schon wieder vorbei. Es machen sich bereits die meisten Psychosymptome einen Tag später wieder vom Acker. Bis auf fieses Ziehen in der Gebärmutter und die abendliche Übelkeit. Ich stelle mir täglich die Frage ob es das Zellchen ist, das um sein Leben kämpft, oder der Körper, der mit dem Zellchen kämpft um es los zu werden. Ich lege meine Hand auf das gespannte von Mensbeschwerden geplagte Bäuchlein und versuche da irgendwas festzuhalten, wovon ich nicht mal weiß ob es noch da ist. Verzweifelt, traurig, mit ein bisschen Hoffnung und der Aussicht, dass mich alles erwarten kann am Ende dieser verdammten zwei Wochen.

6 Tage vor dem Test bestehe ich innerlich aus Panik. Meine Angst es NICHT zu sein ist so unfassbar groß, dass ich mich frage, wie ich jemals darüber nachdenken konnte es NICHT noch mal zu probieren. Diese Panik weicht keine Sekunde von mir. Natürlich, weil mir so glasklar bewusst ist, dass ungefähr jeder vor meiner Nase gerade ein Kind bekommt oder eins hat. Ich bin umgeben von einer verschwindend traurig kleinen Anzahl von Menschinnen, die gerade kein Baby haben. Alles woran ich denken kann ist: Ich bin die, die übrig bleibt. 

4 Tage vor dem Test spüre ich nichts. Gar nichts mehr. Ich bin einfach wie immer. Die Erdbeerwochenapp meldet sich, es sei an der Zeit. Ich hatte vergessen sie auszuschalten so lange ich...
Tatsächlich fühle ich es einfach nicht. Ich frage mich ob ich fähig bin eine Schwangerschaft zu fühlen? So wie tausend andere Frauen, die eben mal in sich hinein horchen - ahhhhhhhhh mhm mhm ja hier ist etwas anders als sonst, ich fühle es...Bullshit. ICH FÜHLE ES NICHT. Im Grunde fühle ich mich tatsächlich wohl. Keine Beschwerden. Keine Übelkeit. Mir geht es gut. 

Einen Tag vor dem Test entscheiden wir uns vorerst für ein Ende. Sollte es nicht klappen, dann ist der Weg hier erst mal vorbei. Warum 'erst mal' und nicht 'für immer'? Ganz einfach weil weder ich noch er in der Lage sind dieses "für immer" in unser Leben zu lassen. Noch nicht. Ich muss wohl noch eine ganze Weile leiden...trauern...hadern...ehe es sich für mich endgültig anfühlen wird. Er hat es generell nicht mit Entscheidungen. Er sagt, es wird sich zeigen was uns das Leben bringt...

Am Tag des Test bin ich ab 4 Uhr wach. Leider schlafe ich gegen 6 Uhr nochmal ein und träume die schlimmsten Szenarien einmal durch. Ich wäre lieber wach geblieben...Da wir in unserer Klinik immer erst einen Tag später anrufen können um das Ergebnis zu erfragen, beschließen wir am Nachmittag selber zu testen. Aus dem Grund, weil der Lieblingsmann beim Anruf nicht bei mir sein kann. Ich gehe etwa 5 mal am Nachmittag zur Toilette - jedes Mal ohne einen Test zu machen. Wir haben beide zu sehr Angst, dass es bei einem Strich bleibt. Wir beschließen es dabei zu belassen. An Schlaf wäre in allen Varianten der Situation sowieso nicht zu denken. Also ist es eigentlich egal. Ich habe erwartet, dass es leichter sein würde so einen kleinen Pippitest zu machen, weil man sich dann einen Tag Aufregung sparen könnte...aber dass uns die blanke Angst so dreist ins Gesicht lacht, damit habe ich nicht gerechnet. Also ist es einfacher Angst zu haben und sich noch eine Nacht lang an die Hoffnung zu krallen, dass aus der Geschichte doch noch etwas großes werden könnte.

Und so wartete ich am Folgetag, das war gestern, über eine halbe Stunde lang auf den Rückruf der Klinik um das eine Wort zu hören.

Es ist also wahr. Meine ganze Panik, alles soll sich bewahrheiten. 

Ich bin die, die übrig bleibt. 

Es wird wieder und wieder kein Baby für uns geben. Wir beide bleiben allein. Bis zum Ende unserer gemeinsamen Zeit. 
Und so müssen wir das Ende dieses Weges bestreiten. Keine Ahnung wie und wo ich damit anfangen soll. Ich bin heillos überfordert mit diesem kleinen Wort. Es zerbricht so etwa alles um mich herum und ich kann es nicht mal aufhalten. Wie dumm ich wieder gewesen bin...ich hatte tatsächlich an diese Chance geglaubt so fest ich nur konnte...

















Mittwoch, 14. Oktober 2015

Für immer ab jetzt


Keine Chance zur Gegenwehr,
keine Suche keine Fragen mehr.
Vielleicht kommt er niemals wieder,
dieser eine...dieser eine Moment.

Und die Zeit steht still,
weil ich diesen Moment für immer behalten will.
Und ich halt ihn fest,
für immer ab jetzt.


Hey kleiner Punkt. In ein paar Tagen - so ungefähr - wärst du wohl auf die Welt gekommen. In ein paar Tagen wird so ungefähr der zweitschrecklichste Tag des Jahres werden. Dich verloren zu haben, das Gefühl, dass das hier jetzt zu Ende ist, ist ein fürchterliches. Aber man braucht vermutlich einen Termin. Ein Datum. Ein kleines Ende um irgendwie abzuschließen. Dieses kleine Ende steht vor der Tür. Über die ganze Zeit hinweg stellten wir uns unsere Meilensteine vor. Dein Herzchen, dass wir so gern hätten schlagen sehen...die berühmten Wochen...ab wann du wohl lebensfähig gewesen wärst wenn du bei uns geblieben wärst...Über die ganze Zeit hinweg haben wir die Leere so oft gespürt. Es tat weh zu sehen, dass für viele sich der Wunsch zu erfüllen begann, es tat aber genauso weh zu sehen, wie viele genau das Gleiche erlebt haben wie wir. So ist das mit der Welt da draußen...sie dreht sich weiter. Nur manchmal steht sie still damit man inne halten kann. So wie gerade jetzt.

 Es ist wohl an der Zeit nach vorne zu gehen. Es ist wohl an der Zeit neuen Wundern in unserem Leben eine Chance zu geben.
So bist du fest in unseren Herzen - verewigt als klitzekleiner Punkt von dem irgendwann nur noch der Lieblingsmann und ich wissen. Ein kleiner Punkt, der für viele nur ein Wert gewesen wäre. Aber für uns war der Wert, das Gefühl endlich irgendwo angekommen zu sein einfach alles. Und das hat unser Leben arg verändert.
Uns so versuche ich das alles loszulassen, weil du mir schon diesen Sommer gezeigt hast, dass immer wieder ein kleiner Schmetterling bei uns vorbeifliegt und guten Tag sagt. Vielleicht bist du ja einer davon. Ganz bestimmt sogar. 







Montag, 12. Oktober 2015

MakroMontag

Ich liebe Kerzen und ihren Schein. Sie machen alles so gemütlich, sinnlich, wohlig, warm...




Kerzen gedenken Menschen, Kerzen stehen für stille Bitten, Kerzen erhellen dunkle Zeiten, Kerzen verbreiten manchmal einen wunderbaren Duft, Kerzen machen Räume zauberhaft, warm und wunderbar. Eine Kerze brauchen wir dringend in diesem Jahr, für den für uns so dunklen Oktober. Ein kleines Licht für unseren kleinen Punkt im Herzen. 



Kerzen gehören für uns eigentlich zu jedem Essen dazu. Sie symbolisieren für uns: Jetzt ist die Ruhe da, jetzt ist Zeit nur für uns Zwei, jetzt lassen wir uns nicht stressen...

In diesem Sinne, viele streßfreie Momente diese Woche!

Und hier schicke ich meine Kerze hin: Britta von aufmeineartphotographieunddesign