Dienstag, 25. Februar 2014

Entrümpelung

Eine Woche lang ist es nun her, dass ich - mal wieder - offiziell nicht schwanger bin.

In dieser einen Woche habe ich hier in meinem Zuhause so ziemlich alles auf den Kopf gestellt. Ich habe aufgeräumt, ich habe weggeschmissen, ich habe mich befreit von Dingen, die mich schon lange störten. Das hat mir unglaublich gut getan. Verrückt was für einen Mist sich so ansammelt...ich dachte ernsthaft ich hätte schon mal richtig ausgemistet. Da tauchten Sachen auf...mir sträubt es jetzt noch die Haare. Briefe von meiner Mutter...wir hatten eine zeit lang ein sehr angespanntes Verhältnis. Gut gemeinte Bücher und Zeitschriften...Pahhhhh. Weg. Alles weg. Es war zeit dafür. Genau jetzt.

In dieser Woche kam sie dann doch noch - die Blutung. Stark, gemein und lang. 


In dieser Woche habe ich unser vermeintliches Kinderzimmer umgestaltet.

Im Lauf dieser Woche hab ich viel mit meinem Mann geredet. Sonst aber eigentlich mit niemandem. Habe zwei, drei mir wichtige Mails geschrieben. Habe mit zwei meiner Lieben telefoniert. Weiter nichts. Die meiste Zeit war ich einfach still. Hab vor mich hingeräumt und tatsächlich auch die meiste Zeit einfach nichts gedacht.

Jetzt wo ich fertig bin, werden die Gedanken mehr. Ich denke nach über das blöde Gefühl, über ein wie geht es weiter, über ein hältst du das tatsächlich nochmal aus, über ein ist es gut so wie es ist...

Diese Woche starte ich wieder mit Arbeiten, auch das ist jetzt gut so. Ich war sehr froh über die Zeit, die ich hatte, aber jetzt ist es auch nicht schlecht wenn der Alltag wieder anläuft. Es hilft ja nichts. Momentan fühl ich mich nicht mal mehr besonders schlecht. Ich kann noch nicht mal mehr weinen. Es ist wie es ist. Wir haben wieder mal verloren. Wir sind es ja langsam gewohnt. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, aber irgendwie hab ich eine Art kühle Distanz in mir. Ich weiß weder ob es gut noch schlecht ist. Ist es nur eine Art Verdrängung oder hab ich tatsächlich gelernt schneller zu verarbeiten? Bin ich einfach nur bockig oder schon langsam abgestumpft? Mache ich mir einfach schon wieder mal viel zu viele Gedanken?

Noch hab ich (wie immer bin ich zögerlich) keinen weiteren Termin zur Besprechung ausgemacht. Ich habe aber fest vor es diese Woche noch zu machen. Allerdings merke ich beim Gedanken daran, dass ich mich noch gar nicht so recht bereit dafür fühle. Aber - ich will es weg haben. Außerdem ist der Arzt nicht mehr lang da und besser wird es mit Warten ja auch nicht. Ich möchte nicht schon wieder was vor mir herschieben...

Irgendwo bin ich tief im Inneren gefrustet und manchmal wie ferngesteuert, aber wenn ich mir das, was ich alles geschafft habe so anschaue, bin ich zufrieden. Weil es wirklich schön geworden ist und wir jetzt wieder ein neues Wohlfühlgefühl haben wenn wir nach Hause kommen... Passt nicht so ganz zusammen oder?





Mittwoch, 19. Februar 2014

Emptiness

Da sitze ich nun mit all meinen Gefühlen, mit all dem Schmerz und der Einsamkeit. Trotz aller lieben Menschen um mich, trotz der vielen lieben Worte fühle ich mich einsamer denn je. Vielleicht ist einsam das falsche Wort, ich fühle mich leer. Ausgebrannt. Die Luft ist raus. Es war diesmal so einfach. Ich hatte keine einzige kleine Nebenwirkung, ich hatte nur zwei winzige kleine Durchhänger. Es wäre einfach zu schön gewesen...

Wie geht es weiter? War´s das jetzt?

Wieder einmal steh ich vor dieser Frage. Immer und immer wieder muss ich mir nun Gedanken darüber machen wie es weiter geht. Ob es weiter geht. 

Als nächstes steht nochmal ein Gespräch auf dem Plan, ich möchte gern nochmal mit meinem Herr Doktor sprechen (solange er noch da ist), was wir noch tun können. Immer wieder sagt er zwar: Wir können dem allem nur auf die Sprünge helfen, alles andere hat die Natur in der Hand.
Warum die Natur allerdings mit uns kein Erbarmen hat, werden wir wohl nicht verstehen. Warum wir nicht zum Durchschnitt gehören, welcher mindestens bei einem von 4 Versuchen mal schwanger wird, ebenfalls nicht.
Vielleicht gibt es ja doch noch eine kleine Kleinigkeit die bisher gefehlt hat...die wir noch besser machen können...

Wieder mal spüre ich deutlicher denn je diese Angst, die Hanni in ihrem Blog so treffend beschrieben hat. Sie wird mich immer begleiten. Zusammen mit der Angst, eine Fehlentscheidung zu treffen. Entscheide ich mich gegen einen weiteren Versuch, wird es mich das immer plagen. Entscheide ich mich dafür, muss ich mit allen Konsequenzen rechnen was meine Beziehung und mein Leben angeht. Es wird bestimmt nicht einfacher werden. Vielleicht werde ich dadurch irgendwann mal krank. Wer weiß schon was die ganzen Hormone auf Dauer anstellen...oder ich werde depressiv - alles recht unschöne Aussichten. Natürlich werde ich auch weiterhin diesen berühmten Funken Hoffnung im Herzen tragen, dass ein einziger Volltreffer genügt...aber realistisch gesehen...mal ehrlich...

Ich werde noch ein paar Tage traurig sein, aber irgendwann komm ich wieder aus meiner Höhle gekrochen. In der Zwischenzeit mach ich meine Höhle hübsch, ich räume wie eine Verrückte um und auf, miste ordentlich aus denn so eine kleine Veränderung hat noch keinem geschadet. Rückenschmerzen und Muskelkater vom Möbel schieben ist immer noch besser als Herzschmerzen...und vielleicht kommt dadurch noch die doofe Blutung, die (selbstvertändlich, wie kann es auch anders sein) auf sich warten lässt.

Montag, 17. Februar 2014

Und so ist es wieder mal vorbei...

das Warten hat ein Ende...wieder Mal wird es für uns kein Baby geben. Noch ein Negativ. Das 5. Mal.  Wir sind am Boden und aufzustehen fällt uns immer schwerer. So viele Zeichen, so viele gedrückte Daumen...es ist einfach nur schlimm und mir fehlen heute tatsächlich die Worte. Außer dem Schmerz der uns fast lähmt und der Leere in unserem Körper spüren wir nichts. Wie gut, dass mein Mann heute frei hat, so halten wir einander fest die Hand. 

Samstag, 15. Februar 2014

Sitting, Waiting, Wishing...


                         


Mensschmerzen seit drei Tagen...
Lachen, Weinen, Hoffen...jetzt kann ich nicht mal mehr einschlafen und morgens liege ich ewig wach im Bett und könnte theoretisch mit meinem Mann um halb 5 gleich mit aufstehen. Montag 7:45 gehen wir zum Bluttest - mein Schatz kommt mit, da er Montag frei hat. Was wäre wenn...
Ich dreh noch durch hier.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Ist es gut offen zu sein???

Ich habe damals nach meiner ersten ICSI mit meinem Chef gesprochen...
In der Stimulation lief alles super, für die Punktion ließ ich mir eine kleine ambulante Gyn-OP einfallen und dachte, wenn du dich zwei Tage ausruhst gehts schon wieder. Nur die Überstimulation war nicht geplant. Da saß ich nun mit meinem 6-Monatsbauch und mir war klar, wenn du so arbeiten gehst weiß ja mal jeder gleich bescheid. Zudem gings mir in der Zeit von Tag zu Tag schlechter, ich schlief im Sitzen und musste dann sowieso eine Woche stationär ins Krankenhaus.

Also - tausend Gedankengänge später - tausend Gespräche mit meinem Mann später, weil ich es hasse unehrlich zu sein, rief ich nochmal bei meinem Chef an, erzählte ihm, dass ich leider die nächsten 2 Wochen ausfallen werde, da ich krankgeschrieben sei. Und höre mich sagen: Und es tut mir leid, ich wollte erst nichts sagen, aber da ich jetzt so lange ausfalle blablabla es war keine Gyn-OP sondern eine künstliche Befruchtung. 
Ich wollte einfach eine Begründung für meine Fehlzeiten geben (ich weiß, dass ich das nicht machen muss), ich wollte Verständnis dafür bekommen, ich arbeite in einem sozialen Beruf, der vollgestopft sein sollte mit Nächstenliebe und Mitgefühl, da bin ich einfach davon ausgegangen, dass wir alle mit dem Thema sensibel umgehen können.

Er reagierte auch recht verständnisvoll, ich war erleichtert und auf der Arbeit wussten es somit mein Chef, und vier meiner allerliebsten Kollegen.

Während der Kryoversuche war ich eigentlich immer arbeiten, außer am Transfertag, weil ich den ja immer in Narkose bekomme. Meistens allerdings hatte ich da sowieso gerade frei. Bei der 2. ICSI ließ ich mich wieder krankschreiben, allerdings nur ein paar Tage, weil die Warteschleife in meinen Urlaub fiel. Mein Bauch war diesmal zwar nicht mehr im 6. Monat aber vielleicht Ende 4.
Jetzt, für meine momentan letzte Kryo, bot mir meine Hausärztin an mich krankzuschreiben. Also, ich zu meinem Chef - von dann bis dann bin ich voraussichtlich krank (ich konnte es wegen dem Transfer und dem Zyklus, der mir etwas quer kam nicht genauer sagen). Was sagt er neulich in fröhlicher Runde: Achja für nächste Woche müssen wir noch Ersatz finden. Natürlich alle: Hä? Für wen, wer fehlt? Es gibt doch grad keine Krankmeldung? Er: Das kann ich noch nicht sagen! 

Ohne Worte...


Ich arbeite seit einiger Zeit nur noch 80% und hab dadurch immer mal länger am Stück frei. Daher war ich bei der Geschichte leider nicht anwesend. Nach langem nachfragen seitens der Kollegen dann: ich sei es die fehlt...alles klar. Vielen Dank für´s Gespräch.
Seither wird fröhlich gemutmaßt, dass ich bestimmt schwanger sei, irgendjemand hätte gehört, ich ließe mich halt wieder mal künstlich befruchten, und da ja die Schwangerschaft bei uns im Team grade um sich greift, passt das ja alles herrlich zusammen nicht? 

Eigentlich wollte ich anfangs das Thema auf der Arbeit komplett rauslassen, weil ich immer dachte, es geht niemanden etwas an. Die vielen Fragen die verletzten, die vielen Schwangeren, bei denen du nie dabei bist. Ich hatte keine Lust mehr auf Blicke, Getratsche...ach was, dann dachte ich mir: was soll´s! Etwa jedes 6. Paar hat Probleme beim Kinderkriegen, ja ich bin eins davon, und? Dann bin ich eben anders und passe nicht ins Heiraten-Kinderkriegen-Schema...so sind wir eben! Der Sinneswandel hat natürlich Folgen. Tja jetzt bin ich enttäuscht, weil es eben doch nicht so einfach ist offen damit umzugehen. Es wäre vielleicht doch einfacher gewesen, sich immer wieder neue Begründungen für 
Fehltage einfallen zu lassen.

Außerdem - ich werde dieses Jahr 35, bin seit fast 2,5 Jahren verheiratet und wer mich kennt weiß, dass wir natürlich nicht abgeneigt Kindern gegenüber sind. Wer dann noch eins und eins zusammen zählen kann, dem ist es doch sowieso klar oder?

Jetzt ist es sowieso zu spät, dieses "Krank" hat wohl einiges ins Rollen gebracht wie ich höre... ich ringe nur noch mit mir, wie ich damit umgehen soll. Cool bleiben? Sagen, dass ich nicht darüber reden möchte? Selber hab ich dieses Schlamassel losgetreten, selber hab ich mich dazu entschlossen offen zu sein. Ich habe jetzt ein langes sowieso geplantes Frei und mit meiner Krankschreibung fehle ich dann knapp 3 Wochen. Hurra, wenn ich wieder komme...
Bisher habe ich es so gehandhabt: wer mich direkt drauf anspricht, der bekommt eine Antwort. Heißt ja nicht, dass ich Hinz und Kunz die gesamte Geschichte ins Knie drücke, nein nur eben: Ja es stimmt, wir können leider keine Kinder kriegen. Meistens hat sich´s auch damit erledigt. Es fragen sowieso nur sehr wenige genauer nach. Die, die Interesse an mir haben und nicht nur ganz vorne in der Runde sitzen und tratschen als würden sie alles über mich und meine Geschichte wissen, die, die mich besser kennen fragen nach, nicht die, die es vielleicht gern täten oder denen es einfach egal ist - Hauptsache: ich hab was darüber gehört!!! Fragt mich!!! 

Gemein fand ich trotzdem die Sache mit meinem Chef, ich hätte auf mehr Verständnis und Diskretion von seiner Seite gehofft. Aber klar - was hoffe ich auf Verständnis von jemandem, der in die Welt hinausposaunt, dass er schon an Baby Nummer 2 arbeitet, während das erste grade mal ein Jahr alt wird...

*Doing* mal wieder ans Hirn gekloppt liebe Wünsch dir was, wie gutgläubig, ehrlich wollt sie sein, mal wieder steht sie da als Dummerchen...hätt ich bloß mal einmal mehr die Fresse gehalten. Es ist halt doch wie überall, wo viele Frauen miteinander arbeiten (mit Ausnahme zweier Männern), was will ich auf Verständnis und Mitgefühl hoffen? Ein Haufen voller Zicken und Tratschweiber - nichts anderes...da ist auch mein Team leider nichts besonderes...ist es gut offen zu sein? Jein. Ja, wir sind nicht allein mit dem Problem, vielleicht bringt man die ein oder andere Sichtweise ein, dass eben nicht alle einfach poppen und schwupps sind sie schwanger. Und wenn es bloß blöde Fragen sind, die dadurch uns oder jemand anderem erspart bleiben, vielleicht geht es anderen genauso... und weil es kein Thema ist wofür wir uns schämen müssen. Wir haben uns den Weg nicht freiwillig ausgesucht. Er ist nun Bestandteil unseres Lebensweges. Er gehört zu meinem Alltag mit dazu...er begleitet mich überall hin, ich kann ihn nicht einfach eine Umleitung laufen, am Ende komme ich sowieso immer wieder auf den gleichen Weg. Nämlich unseren. 

Und nein, weil man sich einen Haufen Ärger, Gequatsche, graue Haare, Verletzungen und Magenschmerzen ersparen könnte und weil einfach zu viele Menschen mit dem Wort Privatsphäre nichts anfangen können.






Mittwoch, 12. Februar 2014

                 
Heute vor 7 Jahren hab ich ihn entdeckt - meinen Mr. Big. Ich hab mit ihm einen Mann an meiner Seite, der mit mir durch Dick und Dünn geht. Der meinem Herzen ein Zuhause gegeben hat, der mein Herz zum Hüpfen bringt. 

Einen Mann, der mich glücklich macht und zufrieden. Der mir all seine Liebe gibt und alles für mich tut. Auch wenn uns das kleine Quäntchen Glück bislang noch fehlt: ich habe IHN. 

Ich kann bei ihm ich selbst sein, mit allen Facetten, auch den weniger schönen - er hält mir bei allem fest die Hand. Er hat das allergrößte Herz von allen - und hat es mir geschenkt...ich bin trotz aller Hindernisse, die wir überwinden müssen unfassbar glücklich weil er an meiner Seite ist. Mit ihm kann mir nichts mehr passieren...






                   

Sonntag, 9. Februar 2014

Von Träumen und Schmetterlingen im Bauch

Jetzt wohnen die zwei Krümelchen schon 4 Tage bei mir...ob sie noch da sind? 

Was hab ich für ein Gefühl?

ÄÄÄhhm eigentlich gar keins!?

Wie auch...natürlich zieht es mal hier, mal zwackt es dort...wie das halt so ist, wenn man ständig auf sein "Bauchgefühl" achtet. Es fühlt sich nicht anders an, wie die vorigen Male. Wenn ich an nächsten Montag denke könnte ich vor Aufregung ausflippen. 

Generell hab ich seit heute die ganze Zeit das Gefühl einer leichten Aufregung in mir drin. Ich bin ganz kribbelig, ich hab etwa an die 1000 Schmetterlinge im Bauch. Wie als hätte man zuviel Kaffee getrunken. Gestern musste ich schon am Morgen weinen, ein klitzekleiner Anflug von Streß mit meinem Mann hat mich total aus der Bahn geworfen, heute fühle ich mich ziemlich wohl und bisher - toi toi toi keine Tränen ;) 

Ich habe bisher täglich eine winzige Spur Schmierblutung...wobei das Wort Schmierblutung eigentlich schon viel zu viel ist. Es ist wirklich nur ein Hauch...aber - ungefähr einmal am Tag. Gut? Schlecht? Keine Ahnung - ich würde mich aber noch besser fühlen, wenn es einfach nur Utrogest wäre, das da raus kommt.

Ob ich den Gratisclearblue hernehme? Und vor allem wann?...Sonntag? Er hat gesagt nach 10 Tagen können wir testen. Wäre ja Sonntag, da mir dort ja aber niemand Blut abnimmt sondern erst am Montag, könnt ich ja....achwas - ich weiß es noch nicht. Bisher hab ich vorher nie getestet. Aber jetzt wo ich den Test ja schon mal da hab...

Mein Mann hat heute geträumt, dass er beim Arbeiten ne Brotzeit ausgegeben hat - weil wir ein Baby bekommen haben. Ja so gehts. Es hat ihn erwischt - im Schlaf. Die Vorstellung vom Baby. Wo er doch im Wachzustand so versucht nicht daran zu denken...aber manchmal werden Träume war...

Meine Güte ist das alles aufregend...

Donnerstag, 6. Februar 2014

Angst - du Miststück!

Seit heute mittag bin ich wieder zuhause. Heute morgen um 7 waren wir bereits in der Klinik, um halb 8 wurde ich in den OP gebracht. Dort musste ich geraume Zeit auf die Herren und Damen vom Labor warten und auf den Professor, der auch diesmal wieder den Transfer machte. 

Das liebe OP-Personal versorgte mich immer wieder mit warmen Decken und packten meine kalten Füßchen ein...so kann man sich vorstellen wie lange das in etwa gedauert hat...

Keiner konnte mir sagen, wieviel Eizellen aufgewacht sind. Klar - denn das Labor war ja noch nicht anwesend.
Ich bekam grade schon die Schlafspritze und war grad noch am Fragen, ob sie denn nun schon was wissen ----------------- aus.

Aufgewacht bin ich dann erst wieder so um viertel vor 9. Leider konnte mir die Dame im Aufwachraum auch keine Auskunft geben, steht denn das nirgendwo in den Akten verdammt?????

Auf Station angekommen heißt es, wir schieben sie jetzt in ein anderes Zimmer, da sie ja doch noch länger bleiben müssen. Ähm wie bitte?? Ja auf dem OP-Protokoll steht, dass sie bis 15 Uhr bleiben müssen...alles klar, mein Mann hat Spätschicht und runzelt schon die Stirn...in der Zwischenzeit bin ich brav mir der Schwester auf´s Klo - war erleichtert, dass kein Blut am Toilettenpapier war (nach dem letzten Transfer hatte ich eine Blutung, die einer Erdbeerwochenblutung glich).

Endlich so um halb 11 kommt dann mein Doktor - er sagt mir, dass bei mir zwei wunderwunderschöne Eizellen eingezogen sind. Dass es wieder schwer war in die Gebärmutter reinzukommen und dass ich in 10 Tagen zum Test kommen soll. Er drückt mich noch und wünscht mir Glück und gibt mir ein Rezept mit - juhuuuu, die ollen Heparinspritzen...die hätte ich fast vergessen. Achja und er sagt - bis 15 Uhr? so ein Quatsch, sie dürfen gehen.

Auf dem Weg nach Hause hab ich mir noch ein leckeres Frühstück gekauft und somit hatten wir beide noch Zeit für einen Kaffee zuhause bevor mein Mann losmusste. Daheim angekommen noch schnell aufs Klo - es blutet. Zuerst nicht fest, dann tropft es. So ein Mist, ich hatte mich schon gefreut. Ich weiß ja nicht mit was für Kneifzangen er da unten zugange ist, aber jedesmal hoffe ich, er hat mir nix kaputt gemacht. Aber - er wirds ja können denk ich mir, schließlich ist er der Kinderwunschprofessor. Na toll. Jetzt sitzt ich hier mit meiner gleichen Angst wie letztes Mal. Er hat mir zwar damals versichert, dass da nix wieder rausflutscht, aber Sorgen mach ich mir ja wohl trotzdem...

Was mein Zeitvertreib ist heute? Ich lege die Füße nach oben, gehe am besten nicht mehr zur Toilette, was schwierig wird, denn Frauenmantel treibt, ich nehme Bryophyllum und lass mich von meinen Miezen beschmusen. Die belagern mich sowieso seit ich zuhause bin, so dass ich eigentlich kaum aufstehen kann. Brav.
 einer oben

 einer unten

Die Sonne hat heute schon meine Seele gestreichelt und von meinem Mann hab ich das geschenkt bekommen:

Ich wünsche mir jetzt, dass die Zeit vergeht, dass es bitte nicht mehr blutet und dass die verdammte Angst endlich weggeht. Und dass ich bitteschön nicht bei jeder Kleinigkeit zu weinen anfange...das wär´s auch schon...achso ja  - einen positiven Test noch bitte...zuviel verlangt?


Mittwoch, 5. Februar 2014

Dicke Tränchen

rollten mir heute schon über mein Gesicht. 

Beim Frühstück frag ich meinen Mann: wie ist das, stellst du dir manchmal vor, wie wir hier zu dritt sitzen? Wie es wäre, wenn es diesmal was ganz großes wird?

Nach ner kleinen Schweigesekunde sagt er: hm weißt du ich konzentriere mich lieber mal auf morgen, ob die schön aufgewacht sind und dann als nächstes ob es geklappt hat.

Ich so: ja aber irgendwie stell ich mir schon ab und zu vor, wie das alles sein wird mit Baby...
Er: Ich nicht, ich hab Angst, dass es zu sehr weh tut, wenn ich mir jetzt schon alles ausmale und es dann doch nicht klappt...

Und da sind sie schon gekullert...bittere Tränchen. Die ganze Angst, sie sich versteckt im Hintergrund aufgehalten hat, kam plötzlich zum Vorschein. Mein Herz hat es bei dem Satz fast zerrissen - auch wenn er nicht viel drüber spricht, ich hab ganz deutlich gemerkt, wie weh ihm das in dem Moment tat.

Es ist ja nicht so, dass ich nur noch dran denke, wie ich schwanger aussehe, oder wie es sein wird, wenn wir so ein kleines Pupsenäschen zwischen uns liegen haben. Nö, ich hab schon auch die fiesen Bilder in meinem Kopf. Die, in denen wir beide in der Küche auf und ab laufen und dann in der Klinik anrufen. Die wo wir dann wieder fassungslos dasitzen und wieder leer ausgehen. Ich kann ihn, wenn ich daran denke sogar spüren, den betäubenden Schmerz, der sich von der Magengegend bis hin zum Herzen vorarbeitet und einem dann mit festem sicheren Griff die Kehle zuschnürt.
Durch mein gutes Gefühl hab ich das alles aber ganz weit weggeschoben...ist ja auch gut so denk ich mir. Und ich möchte das so gut es geht die nächsten zwei Wochen auch beibehalten. 

Aber irgendwo hat er recht. Wer weiß wie tief ich fallen werde, sollte sich all das wieder nicht erfüllen was wir uns so wünschen...vermutlich tiefer denn je...aber, ich versuch mir da drüber erst wieder Gedanken zu machen wenn es so weit sein sollte.
Denn ich bin immernoch fest davon überzeugt, dass es diesmal klappen kann. Warum sollten wir nicht mal dran sein? 

Das schlechte Gefühl im Nacken sagt: weil es ja diesmal viel zu einfach wäre...Ich sage: Genau deshalb. Weil ich ein viel besseres Gefühl hab, weil ich keine Hormone spritzen oder kleben muss, weil ich mich dadurch echt wohl fühle und weil wir es verdient hätten...

Montag, 3. Februar 2014

Jetzt geht was...




...jetzt bin ich zufrieden...mein Labor passt auch, der Doktor ist mit der Schleimhaut zufrieden, das Ei kann machen was es will und am Donnerstag um 7 Uhr bekomme ich Krümel und Krümelinchen zurück...Vielleicht ja nur Krümel oder nur Krümelinchen...Ich bin soooooo aufgeregt und hoffe jetzt, dass bestenfalls einfach alle drei aufwachen werden...Welcome - mein persönlicher Nervenkitzel beginnt. Genau jetzt.

Ach genau, ab heute Abend Progestan dreimal eine Kapsel (ich fang einfach direkt jetzt damit an) und ja - wie gesagt - dann muss es nur noch Donnerstag werden...

Und ich freu mich so über das Grinsemännchen! Ja es sind tatsächlich die kleinen Dinge die unser ♥ erfreuen...

Mein Leben ist schön!

Woche vom 7. Januar bis 02. Februar

Sonntag, 2. Februar 2014

Mal wieder bin ich unentspannt...

Nun ist es also nicht nur eine Kollegin, sondern sogar noch eine weitere. Eine Kollegin, die eigentlich eher zur Freundin geworden ist.

Man sagt sie sei schwanger.

Genau. Man sagt es...sie hat es anderen verraten, nur mir sicherheitshalber nicht.
Ich weiß es hört sich an wie ein Kindergartenschmollstreit - aber ich bin schon ein bisschen gekränkt muss ich sagen.
Man weiß so viel über einander, sie weiß meine Geschichte und dann lässt sie das spannende in ihrem Leben einfach aus. Lässt mich nicht teilhaben und ich fühle mich ausgeschlossen. Kollegen die ihr noch nicht mal wichtig sind, wissen es vorher und um das Geschwätz zu umgehen schreib ich sie an - und bekomm nicht mal eine Antwort. Naja ich bekomm meine Antwort dann eine Woche später...Auf die Frage wie offiziell das ganze denn nun ist, (denn ich möchte nicht diejenige sein die irgendwas rumtrascht) erwarte ich die Antwort nicht vor der Geburt...ja vielleicht wäre es leichter gewesen ich hätte angerufen, aber - ich konnte es bis jetzt einfach nicht. Man hat ja manchmal so eine Blockade. 

Das macht mich traurig irgendwie. Beides, die Blockade aber auch das Schweigen von ihrer Seite.

Ich hätte es verstanden, wenn sie es bis zu einer gewissen Zeit nicht hätte verraten wollen, da ist ja jeder anders...aber in einem Weiberhaufen einmal ausgesprochen, weiß es doch sowieso am nächsten Tag gleich jeder. Ich hätte es eben einfach nur nett gefunden, wenn sie es mir gesagt hätte. Einfach so. Pass auf ich bin schwanger, top secret und übrigens es werden Zwillinge. 

Hm.

Nun gut, somit sag ich herzlichen Glückwunsch zu Baby Nummer 2&3, ich freu mich natürlich trotzdem für sie. Enttäuscht bin ich halt...leg ich mittlerweile alles was passiert auf die Goldwaage?? Oh Gott so wollte ich nie werden....:(


Übrigens zeigt mein blöder Ovutest auch heute an Tag 17 natürlich nix an... wer hätte das gedacht. Ich zweifle schon an den Streifen...sind bestimmt kaputt...